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Bill Steer

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Bill Steer tut was er tut

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Bill Steer Bill Steer, FIREBIRDs Mastermind, Sänger und Gitarrero Extremo war so freundlich, dem HoR Rede und Antwort auf unsere bohrenden Fragen zu seiner Musik zu stellen, und ich will dem geneigten Publikum dieses Interview nicht vorenthalten.

Home of Rock: Bill, zuerst hätte ich einige Hintergrundfragen, und dann würde ich mit dir gerne über das neue Album sprechen. Wie Steve Marriott auf "Live at the Fillmore" sagt: 'this is gonna be a long one, so are you ready?'
Bill Steer: Ja, los geht's.

HoR:Zum Anfang würde ich dir gerne eine Frage stellen, die ich schon Jeff Scott Soto anlässlich unseres Interviews ähnlich gestellt hatte, als ich ihn angesichts der Vielzahl von Bands und verschiedener Rockmusik, in die er involviert ist, das Chamäleon der Rockmusiker nannte. Wenn man sich die verschiedenen Stile der Bands, in denen DU spielst, ansieht, könnte man dich das Chamäleon unter den Gitarristen nennen - wo siehst du die Gemeinsamkeit in den musikalischen Stilen?
B.S.: Na ja, das Wort Chamäleon verweist auf jemanden, der sich jeder Situation anpassen kann. Ich weiß nicht, ob das auf mich zutrifft. Als Jugendlicher war ich natürlich in ziemlich extremer Musik unterwegs, habe dann aber eben später eine Band mit einem mehr traditionellen Zugang zur Musik gegründet. Aber ehrlich gesagt gibt es da draußen jede Menge anderer Stile, und zu denen habe ich keinen Zugang.
HoR: Natürlich nehme ich an, dass dein Zugang zur Musik mit dem zu tun hat, was du als Jugendlicher - in den 'formativen Jahren' - gehört hast. Gibt es da eine Ikone unter den Gitarristen für dich, jemand, von dem du sagen würdest: 'Mann, wenn ich so wie der spielen würde, dieser Stil, oder Technik, wäre ich im Himmel' (oder würde zumindest an die Tür klopfen)?
B.S.: Ich könnte gar nicht nur einen Gitarristen nennen - da gibt es Dutzende. Peter Green, Paul Kossoff (FREE), Johnny Winter, Snuffy Walden (Gitarrist bei Stevie Wonder, Eric Burdon, Greg Lake etc.), Leslie West, Robin Trower. Ehrlich gesagt, mein Lieblingssolist ist der Mundharmonikaspieler Alan Wilson von CANNED HEAT.

HoR: Die übliche Frage: wann fingst du mit Musik an, und welche Art Musik war das?
B.S.: Angefangen Gitarre zu spielen habe ich glaube ich mit 12 oder 13. Damals wollte ich all die Riffs lernen, die die älteren Kids spielten - DEEP PURPLE, SABBATH, STATUS QUO etc.

HoR: On stage - gibt es da einen Event für dich persönlich, den du gerne noch einmal erleben würdest?
B.S.: Nein, eigentlich nicht. So nostalgisch bin ich nicht!

HoR: Nach vorne gesehen - kannst du dir vorstellen, später einmal den Eric Clapton zu geben - den Blues am Leben zu erhalten? Einige der Stücke auf der neuen CD sind ja Blues/Bluesrock - was bedeutet dir diese Musik?
B.S.: Für mich ist das einfach ein Musikstil - ohne besondere Bedeutung neben dem eigentlichen Sound. So sehr ich bestimmte Blueser mag - Freddie King, Little Walter, Magic Sam - stimme ich nicht mit denen überein die da tröten, der Blues sei irgendwie 'überlegen'. Es ist ein großes Gebiet, musikalisch gesehen, und es gibt guten und schlechten Blues. Was mich besonders anzieht ist die Einfachheit dieser Musik. Ein großer Blueser kann so viel aus so wenig herausholen. Das ist schwer zu lernen, und ich übe noch.

HoR: Was nun das neue Album "Grand Union" angeht - als ich sah, dass ihr einen meiner absoluten Lieblingstracks - Four Day Creep von HUMBLE PIE - aufgenommen habt, konnte ich nicht glauben, dass irgend jemand diesen Track überhaupt noch kennt oder weiß, dass er eben von PIE ist, ganz abgesehen davon, dass jemand eine Coverversion davon machen würde. Ich füge schnell noch an, dass unser Team dachte, das sei ein perfektes Cover und Marriott selbst hat ihn kaum besser gesungen - wie kam es denn dazu?
B.S.: Wir spielten diesen Song live auf unserer Europa-Tour mit ALABAMA THUNDERPUSSY, und zwar tatsächlich auch jeden Abend als Opener. Bei den Aufnahmen zu "Grand Union" spielten wir ihn noch mal kurz vor dem Ende der Session, und eigentlich war er als Bonus Track für die japanische Ausgabe gedacht, aber das klappte so gut, dass wir ihn dann auf das eigentliche Album taten.
HoR: Die anderen Covers, die ihr aufgenommen habt und die ihr eurer speziellen Behandlung unterworfen habt, sind ebenfalls nicht unbedingt eine selbstverständliche Wahl - was war der Grund dafür?
B.S.: Wir haben einfach Songs ausgewählt, die uns etwas bedeuteten. Ich war seit Jahren ein Fan von Duster Bennet. Auf seinem Debut hat er den Worried Man ganz alleine aufgenommen - er spielte dabei, Gitarre, Harmonika, Bass Drum, Hi-Hat und sang - alles zur selben Zeit. Das mussten wir natürlich ändern, denn plötzlich spielte dann eine ganze Band. Was James Taylors Fool For You angeht wollte ich gerne diesen Song spielen, da Ludwig Witt, unser Drummer, wieder zur Band zurück gestoßen war. Zuerst wollte er nicht, weil die Originalaufnahme so zurückhaltend ist, aber schließlich jammten wir auf den Song in den Proben, und das klang wirklich gut.
HoR: Caledonia erinnert mich an den Song Caledonia Mission von THE BAND. War das ein reiner 'geografischer' Zufall, oder ist da ein Link zum Song von THE BAND?
B.S.: Wie viele wissen, ist Caledonia der lateinische Name für Nord England. Erst später nannte man das dann Schottland. Der ältere Name klingt einfach ein bisschen musikalischer.

HoR: Wenn man will, kann man Musik einer ganzen Reihe von Bands durch eure hindurch klingen hören - Blue Flame etwa hat eine GRAND FUNK Middle Section (vielleicht von Paranoid), Jack The Lad hat GOV'T MULE Flair, und der rohe Bass auf Fool For You klingt nach MOUNTAIN, um nur einige zu nennen. Habt ihr an diese Bands gedacht, als ihr die Musik geschaffen habt, oder bin das bloß ich, der diese Assoziationen hat, weil er halt diese alten Bands kennt.
B.S.: Es ist tatsächlich das zweite - wir haben nun fünf Alben gemacht, und die Tage, wo man eine Band zu kopieren versuchte, sind lange vorbei - wir tun einfach, was wir tun. Alle von uns haben natürlich ein großes Interesse an 'Vintage Rock', daher hört man natürlich diese Einflüsse, was immer man auch macht.

HoR: Die neue CD klingt 'roher' als mein FIREBIRD-Liebling - "No. 3" - mit seinem Pop-Feeling; stimmst du dem zu?
B.S.: Ja. Als wir "No. 3" aufnahmen, hörte ich viel ältere Pop-Sachen - Todd Rundgren und BADFINGER. Das kam dann eben zu dem Standard-Riff-Rock, den wir damals machten, hinzu. Ich habe das Album längere Zeit nicht mehr gehört, aber soweit ich mich erinnere, war die Produktion wohl etwas 'cleaner' als etwa bei "Hot Wings" oder eben "Grand Union" - bei der wollten wir definitiv etwas mit rauen Kanten.
HoR: Welchen Track magst du auf dem neuen Album am liebsten, und warum?
B.S.: Kommt auf meine Tagesform an. Fool For You sicherlich, weil das ein Song von einem Künstler ist, den wir sehr mögen. Ich würde nicht behaupten, wir haben ihn verbessert, das wäre wohl vermessen, aber wir haben ihn wohl auf eine neue Ebene gehoben. Vielleicht auch Gold Label, weil Ludwigs Drum Breaks am Ende so gut sind - oder Caledonia, wenn ich in der richtigen Stimmung bin.

HoR: Vielen Dank, Bill. Wie wäre es, wenn du Clem Clemson und Jerry Shirley von HUMBLE PIE holen würdest und ihr würdet "Smokin'" neu aufnehmen? Nein - hmm, das dachte ich mir irgendwie. Bis demnächst in Germany.
B.S.: Danke fürs Interview - see you next time around.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 03.06.2009

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