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Mary's Gunns

"Stell dir Rock'n'Roll als Religion vor!"

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Mary's Gunns

Mary's Gunns: Tut uns leid, dass es so lange mit den Antworten gedauert hat. War ziemlich was los hier mit all den Shows. Hier nun unsere Antworten - gibt's sonst noch was? Danke noch mal für die Review.

Home of Rock: Ihr Jungs seid ja aus Kanada, was eigentlich nicht stimmen kann, da ihr eine ziemlich scharfe Southern Rock sounding Music spielt. Wie kommt es, dass eine Northern Band sich entschließt, southern zu spielen, und nicht, sagen wir Neil Young-ähnlich? Welche Bands sind eure Einflüsse, ist da auch BTO bei?
M.G.: Alles was mit Classic Rock zu tun hat, und alle Metal Genres: AEROSMITH, AC/DC, LED ZEPPELIN, Cooper, SKYNYRD, BEATLES, STONES, MEGADETH, JUDAS PRIEST, MOTÖRHEAD etc. Es ist erst mit dem letzten Album passiert, dass dieses ganze Southern Feel raus kam. Machen ja nicht wirklich viele neue Bands, diesen Sound pushen. Wir mögen das, also spielen wir das. Und wir sind mal ganz sicher aus Kanada.
HoR: In sync [gleichzeitig, parallel; Red.] damit hat mich erstaunt, dass eine Band, die ja nun doch in ihrem Namen auf den Sleaze Rock verweist (e. g. L.A. Guns) so einen Classic Hard Rock spielt, etwas, das ich nicht oft von neuen Bands heute höre. Und alles in einem 'straightforward, non-distorted sound' wie etwa MOLLY HATCHET in ihren frühen Tagen. War das euer Producer, der die Entscheidung den Sound betreffend in diese Richtung trieb, oder die Zuhörer in den Clubs, oder was?
M.G.: Wir hatten immer diesen Sound, selbst als wir noch als Kids zusammen gespielt haben und gar nicht wussten, was ein Producer ist. Der Marshall/Gibson Sound kann nicht geschlagen werden. Wir glauben auch, dass wir deshalb so gutes Feedback bekommen - 'it's no bull shit straight up rock n' roll'. Unsere Shows sind aufregend und voller Energie, und genau das ist es, was die Leute live haben wollen - eine Band, die sie zum Tanzen bringt.

HoR: Ihr habt kein Label - ist das der Versuch, unabhängig zu bleiben, oder war kein Label interessiert (weil ihr als etwas 'old-fashioned' gesehen werdet)? Wärt ihr an einem Deal interessiert (wer weiß, wer das hier alles liest!)
M.G.: Stimmt, wir haben kein Label. Es ist gerade ziemlich hart für Bands, kein Label will irgendetwas riskieren. Independent zu sein heißt am Ende nur, dass du alle Arbeit selber machen musst. Ganz schön schwierig Stadium Shows zu arrangieren, wenn dir keiner dabei hilft. Daher: Labels sind definitiv für uns von Interesse, und wenn der Deal fair ist zeig uns, wo man unterschreibt!

HoR: Wie groß ist euer Erfolg in den USA - ist die Fanbase am wachsen?
M.G.: Und ob. Wir haben eine stetig wachsende Fanbase, unsere CD verkauft sich prima und es wird immer einfacher, die Shows zu füllen. Das kommt, ums noch einmal zu wiederholen, von unserer harten Arbeit und daher, dass die Leute viel Spaß haben, wenn sie unsere Shows besuchen, glauben wir. Wir sind ganz heiß darauf, noch weitere Gebiete in den USA abzudecken, und natürlich auch außerhalb. "The sky's the limit the way we see it".
HoR: Wird die Tatsache, dass ihr jetzt eine Fanbase mit bestimmten Erwartungen habt, die nächste Platte beeinflussen - oder werdet ihr eurem Stil treu bleiben?
M.G.: Nur wir selbst werden den Sound beeinflussen. Wir freuen uns über jedes Feedback, aber wollen uns selbst und dem Sound treu bleiben. Nach und nach schreiben wir alle möglichen Arten von Musik, aber wir werden uns nicht zu weit von dem entfernen was wir jetzt versuchen zu erreichen und was für uns als Band funktioniert.

HoR: Bandname. Wer hat den erfunden (wobei ich annehme, dass das nicht einfach ein Wortspiel ist oder ihr DIE Mutter Maria meint)?
M.G.: Den Namen hat Wes Sheppard (Leadsänger und Gitarrist) erfunden. Stell' dir Rock'n'Roll als Religion vor, was ja viele Musiker machen. Dann ist Maria wohl unsere Mutter. Und wir sind ihre Stimme. Wir wollen, dass die Party und die Musik jeden erreicht. Lasst uns Spaß haben und alle möglichen Leute treffen. Was uns angeht, ist da draußen eine menge Bullshit, der als Musik ausgegeben wird - und das macht uns krank. Wir wollen Back to the Roots!

HoR: Das Cover - gute Zeichnung. Eure Lieblingsbar, oder irgendeine Bar irgendwo? Aber was soll der Totenschädel?
M.G.: Die Bar gibt es - ein alter Strip Club/Hotel an der US-kanadischen Grenze wo wir aufgewachsen sind - das Tudor Inn. Jetzt haben sie es leider geschlossen. Aber wir haben das Titelfoto dort gemacht, und ein guter Freund hat es dann nachgezeichnet. Was den Schädel angeht: der war nur da, um abzuhängen.

HoR: Lyrics.
Down Crow - oh, ich möchte nicht gerne am falschen Ende sein, wenn der Krug in Shauns Kopf zerbricht. Wer ist denn da gemeint?
Shaun Arthurs: Dieser Song gilt all den Leuten da draußen, die andere unterdrücken oder klein zu machen versuchen - tagein, tagaus. Nur eine Warnung: Leute wie ich schauen sich das eine Weile an, aber irgendwann reicht's, dann klickt es und wir stellen sie in den verdammten Senkel.
HoR: No Shame In Dyin' - ganz schön starker Tobak für jemanden eures Alters, und ich hoffe, an dem Krebs, den ihr da erwähnt, ist nicht wirklich jemand erkrankt. Andererseits ist das ein richtiger 'Get your life while you can' Song - ist das ein Weckruf für jemanden?
S.A.: Nein, an Krebs ist Gott sei Dank niemand von uns erkrankt. Aber, was wir da erwähnen ist tatsächlich in unserer Altersgruppe häufig anzutreffen. Außerdem ist das ein Topic das sehr anders ist als das, was viele Leute von Rocksongs gewohnt sind.
HoR: Down In The Ruts - "… she leaves herself wide open with satisfaction for two" - sehr nett. 'One's too much fifteen ain't enough, only time may tell when I'm alone' - das konnte ich nicht übersetzen. Was bedeutet das?
Kylan Prince: Tasächlich sind die Lyrics wie folgt: "only time will tell when I'm all done". Du kennst das doch, wenn du einen absoluten Tiefpunkt erreicht hast (… when you hit rock bottom) ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis du mit deinem Gesicht auf den Boden knallst…
HoR: Money Maker - erzählt erst von der Prostituierten, dann von Mr. Money Maker, und am Ende ist Mr. Money Maker um seine Kröten erleichtert und sie zieht weiter. Nette Änderung in der sonst üblichen Perspektive (Arme Nutte wird vom bösen Mr. Money Maker zerstört). Aber Nutten haben ja nicht nur Money Makers als Kunden - war der Titel bewusst so gewählt, oder so wie SKYNYRDs Money Make auf "1991" von deren Manager erzählt?
Wes Sheppard: Der Punkt bei diesem Song ist, dass einige Leute ziemlich fragwürdige Dinge tun müssen, um zu etwas Geld zu gelangen. Tatsächlich sollte jeder Vers eine eigene kleine Geschichte erzählen, und meinte niemand besonderes. Vielleicht so wie in der Richtung von John Fogerty, der angeklagt wurde, wie John Fogerty zu klingen. Ziemlich fragwürdig wenn du mich fragst.
HoR: Woodshop - nicht zufällig ein Wortspiel (wood chop - Holz haken)? Netter Partysong.
W.S.: Ja, das ist schon ein kleines Wortspiel. Handelt hauptsächlich von einer Beziehung die ich hinter mich brachte, und danach: "… I wanted to get wild with some new ladies. I think most guys can relate."
HoR: What It Is - im Business redet man ja oft von 'Mission Statements'. Das ist eures, oder?
Shaun Arthurs: Die Message hier ist, dass alle unsere Songs keine tiefgehende Message haben. Ironic, aint it!
HoR: Forget About You - so, wie Wes das singt, erinnert mich das an Tonio K.s Vocals in Life In The Foodchain - rein zufällig, oder?
Kylan Prince: Who the fuck is Tonio K.?

HoR: Zu guter Letzt - Touring. Habt ihr irgendwelche Pläne was Touren nach Europa und/oder Deutschland angeht? Es gibt hier in Deutschland eine ziemlich große Southern Rock Fanbase, könnte also interessant sein.
Mary's Gunns: Wir wollen unbedingt in Europa spielen! Wir hatten ganz gute CD-Verkäufe da drüben (you guys kick ass) - also hoffentlich bald. Wenn man uns eine Tour vermitteln könnte, wäre das super. Egal ob Bar, Halle, Theater - wir spielen überall für die 'die hard rock'n'roll fans'.

HoR: Na dann, Tourpromoter und Labelmanager, hier wartet ein Kunde!

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 11.08.2009

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