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Am Rande des Konzerts im Berliner Knaack Club hatte ich Gelegenheit, mit den Space-Stoner-Heavy-Psychedelic-Rockern von NEBULA, vertreten durch deren Drummer Ruben Romano, ein kurzes Interview zu führen. Ein mitteilsamer, dabei entspannter und lockerer Mensch, dem die kalifornische Sonne irgendwie regelrecht aus dem Gemüt strahlt.
Home of Rock: Ihr habt gerade Euer neues Album "Apollo" veröffentlicht. Kannst Du uns ein bisschen darüber erzählen? Es unterscheidet sich doch ein wenig vom Vorgänger, "Atomic Ritual".
Ruben Romano: Ja, diesmal haben wir uns sehr viel Zeit genommen. So lange Zeit (drei Jahre, Anm. d. Red.) verging eigentlich noch nie zwischen zwei Releases. Das lag vor allem daran, dass sehr viele unterschiedliche Einflüsse zusammengekommen sind und sich jeder auch mit seinen Ideen im Songwriting verwirklicht hat. Wir nahmen uns einfach die Zeit, das alles zu verarbeiten, bis es dann letztlich gepasst hat. Dazu hatten wir diesmal einen Produzenten, Daniel Rey, der eigentlich Bands produziert, die eine deutlich straightere Ausrichtung haben, wie zum Beispiel die RAMONES.
Außerdem haben wir einen neuen Bassisten, Tom Davies, den wir allerdings schon lange kennen und mit dem wir schon häufig live gespielt haben, aber der eben erst jetzt fest dabei ist. Er hat uns als Band sehr gut getan, uns gewissermaßen frische Luft zugeführt und es passt alles großartig zusammen. Uns ist es insbesondere sehr wichtig, dass wir uns als Band weiterentwickeln, uns dabei trotzdem treu bleiben.
HoR: Ihr seid auf dem neuen Album vielseitiger geworden und seid dennoch NEBULA geblieben.
R.R.: Ja, genau, das trifft es...
HoR: Wie würdest Du Daniel Rey, den jetzigen Produzenten, mit Chris Goss vergleichen, der "Atomic Ritual" produziert hat?
R.R.: Nun, ich finde, man kann Menschen nicht miteinander vergleichen. Es sind alles Individuen, jeder hat seinen eigenen Stil und jeder tut sein Bestes, um sein Ziel zu erreichen. Wir hatten schon viele unterschiedliche Produzenten, wir haben schon mit John Agnello gearbeitet oder mit Jack Endino, alle hatten ihre eigene Handschrift und mit allen hat es letztlich gut funktioniert. Es muss einfach die Mischung stimmen. Ein Produzent ist ja eigentlich wie ein weiteres Bandmitglied... genauso wie unser Mann am Mischpult, den wir immer dabei haben, der ist für mich auch wie ein Bandmitglied.
Es kommt bei Produzenten ja auch darauf an, wer gerade verfügbar ist. Ich werde in Zukunft ganz sicher auch wieder mit Chris Goss irgend etwas zusammen machen.
HoR: Sprechen wir mal über das Touren. Was gibt es für Dich für Unterschiede zwischen den USA und Europa?
R.R.: In Amerika sind wir natürlich zuhause, das ist für uns die gewohnte Umgebung, es ist für uns einfacher mit dem Fahren, den Verkehrszeichen, den Strecken usw. Dabei kommt es natürlich auch darauf an, wo man gerade unterwegs ist. Ein Auftritt in New York ist eine ganz andere Sache als in Los Angeles, Chicago, Boston sind wieder ganz anders als Denver, Colorado. Genauso kann man ja in Europa nicht alles über einen Kamm scheren. In Spanien oder Frankreich ist es ganz anders als in Schweden, Dänemark oder Deutschland. Es gibt regelrechte Rockmetropolen, während man zum Beispiel in Pisa eher daran denkt, an den Strand zu gehen. Es ist eben auch eine Umstellung mit dem Fahren, wenn wir das selbst machen, wir sind hier auch mit dem Nightliner unterwegs. Manchmal fährt man 600 km und ist dann schon in einem ganz anderen Land...
HoR: Gibt es auch Leute, die Euch auf Euren Touren begleiten, die zu allen oder vielen Eurer Konzerte gehen?
R.R.: Oh ja, das gibt es. Leute, die immer wieder auftauchen, wo man schon vorher weiß, dass sie da sein werden, auf die man sich schon vorher freut, die man umarmt, wenn man sie sieht. Wobei das manchmal auch einen besonderen Druck aufbaut, wenn man dann einen besonders guten Gig abliefern will. Lustig ist es dann auch, wenn man zu jemandem sagen muss: wir haben schon oft zusammen abgehangen, ich weiß noch genau, wie du beim letzten Mal nach dem soundsovielten Drink deine Schuhe ausgezogen und weggekickt hast, aber... ich kann mich nicht mehr an deinen Namen erinnern (lacht). So etwas kommt immer mal wieder vor.
HoR: Was für Musik hört ihr, wenn ihr unterwegs seid?
R.R.: Das ist auch ein großes Plus von NEBULA, das ist ganz unterschiedlich. Wir sind auf gar nichts festgelegt, jeder respektiert da auch den Geschmack des anderen. Irgendjemand legt irgendetwas ein und die anderen finden das meistens auch gut. Wir müssen nicht ausschließlich heavy oder psychedelische Sachen hören.
HoR: Gibt es noch andere Inspirationsquellen außerhalb der Musik?
R.R.: Natürlich. Alles kann Inspiration sein. Ein schöner Tag, irgendwo draußen in der Natur, ein Spaziergang, ein besonderer Mensch, den man kennen lernt, oder den man liebt, ein toller Sonnenuntergang, aus all diesen Dingen beziehen wir unsere Inspiration.
HoR: Im Prinzip ist das ganze Leben für euch Inspiration.
R.R.: Ja, genau.
HoR: Wenn man sich euren Namen so anschaut. stehst Du auf Sci-Fi?
R.R.: Ja, doch. Ich bin zwar nicht der große Comicsammler oder so, aber die Star Wars Filme habe ich schon genossen, als sie herauskamen. Wenn es eine fesselnde, unterhaltsame Geschichte ist, mag ich Sci-Fi sehr gerne.
Der Name NEBULA klingt natürlich auch irgendwie kosmisch, das klingt nach Weltraum und Galaxien und so weiter. Das gefällt uns schon ganz gut so. Im Zusammenhang mit "Apollo" sehen die Leute vor ihrem geistigen Auge schon die Raumschiffe anrücken, aber man kann Apollo als den Sohn des Zeus und griechischen Gott sehen (der als Verkörperung des griechischen Schönheitsideals galt und darüber hinaus für Recht, Ordnung und Frieden stand, Anm. d. Red.). Für uns hat das mehrere Bedeutungen, ist ein vielschichtiger Begriff.
HoR: Wie geht es weiter mit der Tour - noch bis September?
R.R.: Nein, nein. (leicht panisch, bis er bemerkt, dass es ein Scherz war). Die Tour dauert noch etwa 1 Woche, dann geht es zunächst wieder nach Hause, wo wir erstmal ein wenig abhängen und uns um persönliche Dinge kümmern werden. Im Sommer werden wir ein paar Festivals spielen und später im Jahr gibt es vielleicht noch ein paar Konzerte hier. Im Prinzip sind wir zwar ständig auf Achse, aber dann doch nicht ununterbrochen. Wir teilen uns die Tourneen gerne auf, damit man zwischendurch den Akku wieder aufladen kann.
HoR: Ihr habt im Internet eine Bootleg-Seite. Wird es da irgendwann mal wieder ein Update geben?
R.R.: Ja, es fragen immer mal wieder Leute danach, ob sie Konzerte aufnehmen können. Meistens sagen wir zu ihnen, ok, aber schickt uns eine Kopie davon, dann könnt ihr das aufnehmen. Meistens ist die Qualität dann nicht so besonders, aber so ist beiden Seiten gedient. Ich denke, das ist ein fairer Deal. Und vielleicht kommt irgend etwas davon auch mal wieder auf die Homepage.
HoR: Hast Du ein abschließendes Statement für unsere Leser?
R.R.: Stay geil (lacht)
Vielen Dank an dieser Stelle auch an Tourmanager Richard und Ralph von Cargo Records, die das Interview ermöglicht haben.
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