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InterviewEin Gespräch mit Dal MartinoNighthawks |
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Nachdem wir die aktuelle CD "Metro Bar" erst kürzlich hier besprochen haben, nahmen wir selbstverständlich gerne die Gelegenheit wahr um DAL MARTINO ein paar Fragen zu stellen. Home of Rock: Du warst von 1987 bis 1989 in Los Angeles. "Touring, hanging, living and playing with several Bands", lese ich in Deinem Lebenslauf. Dal Martino: Meine Zeit in Los Angeles hat sich nicht unbedingt auf meinen Musikstil ausgewirkt, aber auf meine Einstellung zur Musik überhaupt und zu Kollegen. HoR: Deshalb auch der Künstlername. Ein Musiker namens, Volker Vaessen hätte es womöglich schwerer auf internationalem Boden. Hat der Name DAL MARTINO eine tiefere Bedeutung? DM: Der Künstlername ist allerdings eine Erfindung meiner amerikanischen Bandkollegen aus "aussprachetechnischen" Gründen. HoR: Was mich schon immer einmal interessiert: Filmmusik - wie wird so etwas komponiert? Ich nehme mal an, der Film ist fertig und dann kommt die Musik. DM: Die normale Herangehensweise ist, dass die Musik zu dem fertigen Film komponiert wird. Ich selber lasse zuerst die Bilder auf mich wirken und diskutiere dann mit dem Regisseur über meine Eindrücke, dann erst erarbeite ich die Musik. Es fällt mir schwerer, Musik zu komponieren bei den Filmen, bei denen die Produzenten oder der Regisseur sehr komplexe Vorstellungen haben, was z.B. die Instrumentierung (Orchester u.s.w.) angeht, weil ich lieber mit Bordmitteln arbeite. HoR: Du bist Produzent und Musiker. Was macht mehr Spaß ? Dumme Frage, ich weiß. Wahrscheinlich die Musik, stimmt's? DM: Das Produzieren hat für mich genauso viel mit Musik zu tun. Insofern macht mir beides Spaß. HoR: Vielleicht hast Du mein Review zu "Metro Bar" im Home of Rock gelesen. DM: Ich glaube, dass ich Stimmungen, die ja Gefühle auslösen, nicht bewusst komponiere - wenn sie sich überhaupt komponieren lassen. HoR: Wundert, freut es Dich in einem Rockmagazin besprochen zu werden, oder ist Dir das eher suspekt ? DM: Es freut mich. HoR: Rockfans sagt man ja nach, ziemlich tolerant anderer Musik gegenüber zu sein, solange sich Rockelemente in ihr finden. Sind Jazzer auch tolerant - magst Du auch Musik, die nicht im Jazz beheimatet ist ? DM: Ich glaube, dass es in jedem Genre tolerante und intolerante Musiker gibt. HoR: Gerne höre ich von Musikern, welche andere Interpreten/Bands sie so mögen. Gibst Du uns Auskunft ? DM: Ich bin stilistisch wirklich nicht festgelegt, manchmal mag ich allerdings nur ein Stück oder wenige Stücke von einer Band. Ich bin mit Deep Purple, T. Rex u.ä. groß geworden, habe in den späten 70ern viel Jazz gehört (Mahavishnu Orchester, Miles Davis etc.), natürlich auch Zappa, später dann Peter Gabriel, auch viel Funk (George Clinton etc.), dann Prince u.s.w. Aus dem Rockbereich stehe ich sehr auf ZZ Top, AC/DC und Motörhead. HoR: Reiner ist ja Teil des Duos NIGHTHAWK. Ein sehr wichtiger, denn ohne die Trompete wäre zumindest für mich die Stimmung nicht dieselbe. Mit Gitarre z.B. ist die Richtung, die vorgegeben wird, nicht zu erreichen. Ist der Rest des Lineups auf "Metro Bar" ebenfalls Stammpersonal, oder besteht NIGHTHAWK ausschließlich aus Dal und Reiner? DM: Alle Musiker, außer Reiner und mir, sind Freunde und Gastmusiker. HoR: Du machst auch Musik zu Werbespots (Ramazzotti, VW, Guiness, E-Plus, Toyota und andere). Ich nehme an, das dient in erster Linie dem Lebensunterhalt. DM: Du hast es erfasst! Ich möchte nochmals darauf hinweisen: "Metro Bar" lohnt auch für Hardcore Rockfans. Es gibt Gelegenheiten, bei denen diese CD einfach laufen sollte. Ulli Heiser, (Impressum, Artikelliste) Dezember 2001 |
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