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Wuppertal, Unihalle, 21.03.2009

Radio Pandora-Tour 08/09
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Fotos: Thomas Umbach

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Wuppertal, Unihalle, 21.03.2009

Diesmal ging es für das Home Of Rock nicht nach Bochum in die "Zeche", sondern nach Wuppertal in die Unihalle, eine Achteckhalle, die im eigentlichen Sinn eine Sporthalle ist, aber so gebaut wurde, dass sie multifunktional genutzt werden kann für Trödelmärkte, Varieté oder eben auch Konzerte.
Von der guten Akustik in der Halle konnte ich mich auf der "Pik Sibbe"-Tour 1994 und der "Amerika"-Tour 1997 der BAPtisten überzeugen, denn das ist nicht zwingend normal in diesen Mehrzweckhallen. Gut 4.000 Besucher finden Platz in der Unihalle, die an diesem Abend aber nur zu 2/3 gefüllt war.

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Ziemlich pünktlich um 20:00 Uhr gingen die Saallichter aus und der gute alte Willi Ostermann wurde mit der inoffiziellen Kölner Stadthymne Heimweh nach Köln vom Band eingespielt. Danach: "Meine Damen und Herren! Bitte begrüßen Sie aus der Stadt der Heiligen drei Könige: Live und in Farbe: BAP!", Jürgen Zöller nahm am Schlagzeug Platz und los gings mit den Eingangstakten zu Radio Pandora, die die nächsten 3 ¼ Stunden einläuteten.
Dass die Band - die in der Besetzung nun auch schon seit 10 Jahren zusammen spielt - sich im Laufe der Jahre gefunden hat, ist erfreulich anzumerken. Da ich zu denen gehöre, die BAP am besten zu der Major-Ära fanden, war das für mich das erste richtig Positive an dem Abend. Denn die letzten Konzerte wirkten doch etwas unausgewogen, wenn es um die musikalische Umsetzung - hauptsächlich - der Gitarren-Soli ging. Helmut Krumminga ist eben nicht Klaus Heuser und sein Spielstil unterscheidet sich schon auffallend von dem des Ex-Gitarristen.

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Gut, ich war vorbereitet, denn die Dreifach-Livescheibe "Live und in Farbe" lief bereits zwei Wochen vorher schon bei mir in der Dauerrotation. Gab ich nach der Jubiläumstour "Dreimal zehn Johre" keinen Pfifferling mehr auf die Jungs, weil das Gros der Songs mir einfach gar nicht mehr zusagte und ich das Namen gebende Album für den größten Totalausfall der Kölner halte, war ich von dem neuen "Radio Pandora"-Doppelpack schon sehr angetan und die Livescheiben konnten diesen Eindruck weiter verstärken. Von daher wusste ich, was auf mich zukam und war entsprechend gespannt, denn ich hatte bereits mitbekommen, dass man im Zuge der laufenden Tour einiges - im Vergleich zum Dreifach-Output - umgestellt hatte.
BAP So fehlte z. B. das Intro der Livescheibe am Anfang, weil es für Wolfgang Niedecken einfacher ist, wenn man so startet wie aktuell und oben genannt. Nach Radio Pandora das nächste Stück Musik, die nit stührt vom letzten Studio-Silberling. Dann die Begrüßung und der Hinweis, dass man uns nun mit auf eine musikalische Reise nehmen würde, was man mit Songs sinn Dräume auch musikalisch direkt umsetzte. Für mich etwas deplaziert, weil sehr ruhig, meiner Meinung nach sollte erst mal Gas geben werden. Dem Wunsch wurde dann mit dem Trio Nemm mich met, Rövver noh Tanger und Sichel vum Mohnd (was für eine geile Überraschung!!!) nachgegangen. Dann die BAP typische Betroffenheitsphase (nicht negativ gemeint, weil Mr. Niedecken zeigt auf, was ihn bewegt) mit Diego Paz wohr nüngzehn (einem echten Boogie-Rocker mit grandioser Soloschlacht zwischen Gitarre und Orgel) und Noh Gulu, bevor mit Anne de Wolf die Geigerin von ROSENSTOLZ auf die Bühne geholt wurde und der Unplugged-Teil eingeläutet wurde. Eine Mischung aus alten und neuen Songs mit dem Highlight Bahnhofskino sorgte nicht gerade für Monsterstimmung im Hallenrund, hatte aber trotzdem seinen Charme. Für mein Empfinden ist dieser Part mindestens ein Song zu lang. Vor der 1. Zugabe wurde es dann mit Kristallnaach und Rääts un links vum Bahndamm noch mal richtig laut in der Halle.

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Die erste Zugabe wurde mit dem vom Livealbum bekannten Intro eingeläutet und mit den beiden Oldies Ruut-Weiß-Blau-Querjestriefte-Frau und Do kanns zaubre (endlich wieder in der altbekannten Version inkl. original Gitarrensolo) beendet. Die Herren Zöller, Kopal, Krumminga, Nass und Niedecken verabschiedeten sich zum zweiten Mal bevor es zur nächsten Zugabe noch mal richtig abging auf der Bühne. Millione Meile eine Hommage an den schon verstorbenen Rory Gallagher eröffnete den "Rockpalast-Gedächtnisteil" und zeigte einen Helmut Krumminga in bestechender Form. Mit Helfe kann dir keiner und Verdamp lang her wurde die zweite Zugabe abgeschlossen. So beendeten die Kölner einen überzeugenden Abend mit ihrer Version des Bob Dylan-Klassikers Forever Young und verabschiedeten uns wieder in die kalte Nacht über Wuppertal.

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Zurück blieben zufriedene Gesichter, hervorgerufen durch eine sehr ausgewogene Setlist, die zeigt, dass die neuen Songs mit den Klassikern durchaus kompatibel sind, wenn man sie denn in den bekannten Versionen spielt und die "wir-müssen-krampfhaft-alles-umstellen"-Einstellung weglässt.
"BAP is back!", und in der Form kann man noch weiter mit den Jungs rechnen. Die schmerzenden Kinderkrankheiten der neuen Besetzung scheinen vorbei und man fährt sichtlich entspannt mit riesiger Spielfreude wieder durchs Land.
Wer ein BAP-Konzert in seiner Nachbarschaft verpasst haben sollte, kann das mit der Dreifach-Live-CD "Live und in Farbe" nachholen, die ich hiermit jedem BAPtisten - und denen die es noch werden wollen - ans Herz lege. Aber auch all die Fans, die die Kölner nach dem Weggang von Major abgeschrieben haben, sollten bei der CD ein Ohr riskieren und den Jungs eine Chance geben. Die haben sie verdient. Ich zumindest bin wieder Feuer und Flamme für BAP!

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Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 05.04.2009

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