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Konzertbericht:Brian WilsonFrankfurt, Alte Oper, 10.03.2004 |
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Viel ist geschrieben worden um das nie veröffentlichte Gesamtkunstwerk
"Smile" von Brian Wilson. Geplant als Veröffentlichung im Sommer 1967 als
Nachfolger von "Pet Sounds", hat die LP leider offiziell nie einen
Plattenteller erreicht. Gerüchteweise soll der Rest der Band Anfang 1967
nach einer Asien-Tournee, die wieder ohne Brian Wilson absolviert wurde, die
Nase über seine Demos gerümpft und getobt haben, dass so etwas zu sperrig sei
und nicht veröffentlicht werden könne. Wie schön, dass Brian Wilson seit einigen Jahren wieder intensiv Musik macht und nach US-Tourneen 1998-2000 sowie der "Pet sounds"-Tour 2002 nun für einige Konzerte nach Grossbritannien sowie für 4 Termine auf unseren Kontinent kommt. Ich war beim einzigen Deutschlandbesuch in Frankfurt dabei (nachdem ich vor 2 Jahren die Konzerte in Berlin und Hamburg leider verpaßt hatte) und ich muß sagen, dass mich seit 1971 selten ein Konzert so beindruckt hat. Ein Wort zur "Halle": So schön die Alte Oper von draußen aussieht, so unmöglich ist die Atmosphäre drinnen. Klar, der Saal sieht hübscher aus als z.B. die Hamburg-Alsterdorfer Sporthalle oder die Halle Münsterland, aber die Atmosphäre ist kühl und abweisend. Saalordner auf Schritt und Tritt, die sogar zuerst versucht haben, standing ovations zu unterbinden!! Das Konzert fing Punkt 8 im ausverkauften Saal an. Zunächst 20 Minuten
akustisch mit Gitarre, Congas und "hand-clapping". Dabei standen die Musiker
im Halbkreis um Brian Wilson herum, er saß versteinert (natürlich in schwarz
gekleidet) auf einem Barhocker. Man versuchte scheinbar, die "Beach Boys
Party Album"-Atmospähre irgendwie herzuzaubern. Dann gings elektrisch mit
Sloop John B. weiter. Dann 20 Minuten Pause und anschließend das (doch teilweise wirklich etwas sperrige) 50-minütige "Smile", was in Abschnitte unterteilt ist. Beginnend mit Oh prayer und Heroes and villains bis hin zu Surf's up und dem versöhnenden Good vibrations am Schluß. Ich kann mir vorstellen, wie dieses Werk Anfang 1967 in den Ohren der
restlichen BEACH BOYS geklungen haben mag: Auch heute noch ist es nicht
leicht verdaulich. In den Vokalharmonien und der Instrumentierung allerdings
in der Tat streckenweise ein absoluter Hammer. Schier unbeschreiblich: Man kennt die Live-CDs aus dem Roxy und von der "Pet
Sounds"-Tour, aber LIVE ist das "Dabei-sein" ein unwahrscheinlich intensives
Gefühl, wie ich es lange nicht mehr gehabt habe. Uff, effektiv zwei 1/4 Stunden unwahrscheinlich tolle Musik. Konzerte in Großbritannien sind aufgenommen und gefilmt worden, so dass es
bestimmt wieder eine Audio-CD und eine DVD gibt: Prima. Jürgen Preuß, (Artikelliste), 12.03.2004
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