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| Rödermark, Kulturhalle, 15.07.2004 |
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Mußte das nun wieder sein? So ein Konzert? ES MUSSTE!
COLOSSEUM in der Kulturhalle Rödermark (Frankfurt liegt bei Rödermark), einem zweckmäßigen Zweckbau der nicht per se Stimmung aufkommen läßt; die Halle war bestuhlt (auch stimmungsfördernd, da wir aber in der Mehrzahl im gesetzten Alter waren, war das angemessen...), etwa 800 Leutchen werden es wohl gewesen sein.
Die Band in der Originalbesetzung mit Ausnahme von Heckstall-Smith, der schon längere Zeit krank ist. Dafür war Barbara Thompson eingesprungen.
Im Nachhinein kann man nicht anders als zu sagen, dass dieses Konzert ein einziges Erlebnis war. Unglaublich, einzigartig - weil derartig gut und genial, das es Benchmarks setzt für alles, was ich mir jetzt noch antue, setzt. Und ich weiß, die anderen kommen da kaum ran.
Um mal ein bißchen zu schwärmen - Kunst kommt von Können, und was die Jungs und das Mädel da abgezogen haben, zeugte von schon albtraumhafter Beherrschung der Instrumente. Bei zwei Tracks gab's einen Jam zwischen Clempson und Clarke, vorangetrieben von Hiseman, der CREAM (die kurz zitiert wurden) oder etwa LED ZEP (die kurz zitiert wurden) arm aussehen ließ. Thompson zeigt wiederholt, dass sie zu den ganz großen am Sax gehört, und Hiseman war der Rockdrummer schlechthin. Selbst Farlowe kam gut rüber, obwohl er mit seinem natürlichen Instrument (seine Stimme meine ich, bevor Herr Red wieder einen Kommentar abgibt) [Never! Red Adair] am meisten durch den Alterungsprozess benachteiligt ist (ganz so überragend wie auf "Colosseum Live" war er nicht mehr).
Bis zur Pause gab es eine Mischung aus neuem (Tomorrow's Blues, No Pleasin', Come Right Back, In The Heat Of The Night) und altem (Energy, Tanglewood 63). Danach ging's mit älterem weiter, u.a Stormy Monday Blues (mit diesem gigantischen Jam zwischen Clarke und Clempson), und natürlich Lost Angeles und einem Hiseman Solo.
Und genau hier, bei den längeren Stücken, zeigte die Band ihre wahre Größe - heftig voranstürmenden Phasen, so dass man dachte, gleich fliegt die Decke weg, wechselten sich, auf den Punkt genau getimt, mit ruhigem ab. Ein derartig tightes Zusammenspiel, vor allem auch zwischen Clarke und Hiseman - telepathisch!
Clempson glänzte mit einem kontrolliertem Spiel von stellenweise schon fast kakophonischen Ausmaßen, nur um im nächsten Moment ein Bluessolo vom Stapel zu lassen, dass dir die Tränen der Emotion in die Augen trieb. Dieser Mann ist so unglaublich gut - und so relativ wenig bekannt (und für den klapperigen Erich im Armani zahlen sie Fantasieeintrittspreise!). Und Clarke am Bass war genauso gut und hatte - wie die ganze Band - sichtbar Spaß am Tun.
Unauffälliger, aber ebenfalls präsent und auf den Punkt: Greenslade.
Also - ich habe 10 Kinder, und nur Geld für ein Konzert in 10 Jahren? - COLOSSEUM LIVE.
Rock'n'Roll is dead? - COLOSSEUM LIVE.
Come back, baby, Rock'n'Roll never forgets! - COLOSSEUM LIVE.
Einziger Wermutstropfen - die Band signierte nach dem Konzert ihre CDs - und ich mußte weg!
TUT EUCH DIESES KONZERT AN!!
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