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Memphis, TN (USA), FedEx Forum, 14.11.2006

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Fotos: Marco Weiden
Memphis, TN (USA), FedEx Forum, 14.11.2006

Um genau zu sein, müsste ich JOURNEY / DEF LEPPARD schreiben, allerdings habe ich JOURNEY verpasst, da das Konzert pünktlich losging, ich aber dachte, dass noch eine Vorgruppe spielt. Somit habe ich nur ein paar Songs mitbekommen, und im nachhinein muss ich sagen, dass es besser war als LEPPARD.
Sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn in seinen vorherigen Bands musikalisch eher ansiedeln würde, hat mir Jeff Scott Soto. Sorry an alle JOURNEY Fans...

Def Leppard DEF LEPPARD begannen ihren Set mit Let's Get Rocked, unterstützt von jeder Menge Licht, Feuerfontänen, und einer riesigen 3-geteilten Leinwand. Sehr cool gingen die Engländer zu Werke, will sagen, es gab erst mal keine Ansagen und auch sonst keine größeren Kontakte zu den anwesenden, ca. 14.000 (!) Fans (die allerdings wohl eher wegen JOURNEY hier waren). Platz genug war damit allerdings noch, denn das Forum fasst bei Konzerten 22.000 Leute (bei Sportveranstaltungen, z.B. den Spielen der Basketballer der Memphis Grizzlies, 18.000).
Anschließend ging es dann sofort in die pre-"Hysteria" Zeit. Zum Glück, denn wer erinnert sich nicht gerne an den "RockPop in Concert" Auftritt der "jungen" Leoparden, bei welchem sie hart zu rocken wussten. Let It Rock vom 1983er-"High'n'Dry"-Album tat selbiges, ebenso wie das folgende F-F-F-Foolin' vom "Pyromania"-Longplayer, was auch schon 19 Jährchen her ist. Das war es dann zunächst aus der Rockabteilung, Bringin' On The Heartache ist zwar eine sehr gute Ballade, nahm das Tempo allerdings stark aus der anfänglichen Attacke.
Hier begann es dann auch schon, dass die Show mehr in den Vordergrund trat als die Musik. Während der Stücke war nicht mehr die Band auf der Leinwand zu sehen, sondern zusammengemixte Bilder aus früheren Tagen, die natürlich interessant sind, aber doch sehr von der Musik ablenken, die ja eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte. Ob das gewollt ist? Alte Bilder, vor allem auch noch aus der Steve Clarke Zeit, sind schon toll, aber man kann alles übertrieben. Später wurde das dann noch erweitert und das "Video" erinnerte mehr an eine Lasershow, da sehr viele bunte Effekte mit eingebaut wurden. Wem es gefällt... aber eigentlich sollten die großen Leinwände in solchen Hallen mehr als Lupe für diejenigen dienen, die nicht so viel Geld ausgeben können und deshalb etwas weiter weg sitzen/stehen.
Was bei vorherigen Konzerten an dieser Stelle noch Promises oder Make Love Like A Man war, war heute zu meiner großen Enttäuschung Slang. Musste das denn wirklich sein? Haben DEF LEPPARD nicht wirklich viele, und vor allem viel bessere, Stücke mit denen sie uns begeistern könnten? Dieser Song nahm den letzten Rest Fahrt aus dem Auftritt, denn das hat mit Rock und guter Musik so viel zu tun wie Axl Rose mit Vernunft.
Was wäre mit Wasted oder Walls Came Tumblin' Down von der "On Through The Night"? Oder Mirror Mirror oder Another Hit and Run? Rock Rock, Too Late For Love, Stagefright.... das wären positive Überraschungen gewesen! Um alles noch zu toppen, wurde die Lightshow dann noch auf "Disco" gestellt, Stroboskop-Blitze beherrschten das ganze Geschehen und machten selbst das Zuschauen nicht mehr zum Vergnügen.
Zum folgenden Hysteria packte Rick Savage dann seinen "Union-Jack-Bass" aus, der die Stimmung aber nicht wirklich heben konnte, Phil Collen hatte aufgrund der Hitze auf der "Tanzfläche" schon sein T-Shirt verloren und zwischenzeitlich kam mit No Matter What - dem BADFINGER-Klassiker - noch mal so was wie gute Stimmung auf, bevor ausgerechnet Rock On (von David Essex, ebenso wie No Matter What vom Covers-Album "Yeah!"), dem für mich schlechtesten Song auf LEPPARDs letztem Werk, die Achterbahnfahrt weiter gehen ließ. Um auch dem noch die Krone aufzusetzen, wurde ein Bass-Solo mit eingebaut, bis auf den schönen Bass bleibt mir hierzu allerdings nichts zu sagen.
Zu Rocket lief dann auf der Leinwand wieder ein schöner animierter Film mit einer Rakete inklusive dem D.L.-Logo, die Rakete schoss durch den Weltraum vorbei an Bildern aus sehr alten Tagen (hatten wir vorher ja noch nicht), bevor dann mit Photograph endlich ein Klassiker kam, lieferten sich Phil Collen und der obligatorisch ohne Schuhe angetretene Vivian Campbell ein relativ anständiges Gitarrensolo, das Joe Elliott aber mit einer Add-Lip-Einlage irgendwie untermalen und damit zerstören musste.
Am ehesten positiv fiel an diesem Abend, dank seiner soliden Leistung am Schlagzeug, Rick Allen auf.
Im offiziellen Teil folgten noch Armageddon It, Animal und Rock Of Ages, die Zugabe waren dann die kommerziellen Kracher Love Bites und Pour Some Sugar On Me.

Def Leppard Mein Fazit: Ich werde mir das nicht mehr antun. Tut mir leid, dass mir nichts besseres dazu einfällt, ich habe mir wirklich Mühe gegeben etwas Positiveres zu finden, aber es ist einfach nicht drin. In Kürze folgen mit Sicherheit wieder bessere Nachrichten, denn Bob Segers "Face The Promise" Tour steht an, die erste seit langer Zeit, und da habe ich doch Hoffnung, dass mehr Musik gemacht wird.

Setlist:
Let's Get Rocked, Let It Go, Foolin', Bringin' On The Heartache, Slang, Hysteria, No Matter What, Rock On, Rocket, Photograph, Armageddon It, Animal, Rock Of Ages
Love Bites, Pour Some Sugar On Me

Marco Weiden, (Artikelliste), 25.12.2006

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