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Konzertbericht:
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Nie zuvor bin ich mit so einem unguten Bauchgefühl zu einer DIO-Show gegangen. Nein, das liegt nicht am Besuch eines Schnellimbisses zwischen Büro und Bühne, sondern an der zweifelhaften Qualität des "Holy diver live"-Albums. Dass der Sound dieser Scheibe allenfalls durchschnittliche Bootleg-Qualitäten erreicht lässt sich verschmerzen. Die Gesangsleistung von Ronnie James Dio lässt für das heutige Konzert allerdings Schlimmes befürchten. Erleben wir den Sturz eines Gottes vom Thron?
Einmal tief vor Erleichterung durchgeatmet. Scheinbar war der mitgeschnittene Auftritt vom vergangenen Jahr in London nur ein Ausrutscher. Vergeben und vergessen. Überhaupt wirkt Ronnie James Dio fit und agil, wie schon lange nicht mehr. Der Magier des Heavy Metals schlägt das Publikum, im dieses Mal nicht ganz ausverkauften LKA, schnell mit seiner Ausstrahlung und der typisch theatralisch-gestenreichen Performance in seinen Bann. Auch seine musikalischen Wegbegleiter lassen an diesem Abend zu nichts anbrennen. Kaum zu glauben, dass Bassist Rudy Sarzo schon vor einigen Jahren seinen fünfzigsten Geburtstag feiern durfte, wenn man ihn so über die Bühne fegen sieht. Lediglich die Echtheit seiner Matte wird von einigen Experten im Publikum angezweifelt. Craig Goldy ist nach seiner verletzungsbedingten Zwangspause wieder auf seinen Stammplatz zurückgekehrt und prägt mit seinem unnachahmlichen Gitarrensound die Band wie schon lange nicht mehr. Simon Wright am Schlagzeug und Keyboarder Scott Warren, beide solide und zuverlässig wie eh und je, ergänzen das Line-Up einer Band, die ganz groß aufspielt.
Man on the silver mountain erweckt schon früh den Eindruck, dass die Band auf die Zielgerade des Konzertes einbiegt, aber natürlich stehen noch unverwüstliche Höhepunkte wie Long live Rock 'n' Roll und Heaven and hell, beide vom stimmgewaltigen Publikum durch lange Mitsing-Passagen auf Überlänge getrimmt, an.
Ich habe mittlerweile eine ganze Menge DIO-Shows erlebt. Wirklich schlecht war dabei kein Auftritt. Die meisten der Konzerte waren sogar richtig gut. Trotzdem, dieser Juni-Abend im Jahr 2006 nimmt eine ganz besondere Stellung ein. DIO ist es gelungen, die Magie der Auftritte Mitte der Achtziger wieder heraufzubeschwören. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, und ich muss schon bis ins Jahr 1985 zurückgehen, um einen DIO-Auftritt zu finden der ähnlich intensiv, fesselnd und faszinierend war. Es war ein Abend, an dem mir wieder einmal bewusst gemacht wurde, dass DIO und ihr sympathisch-charismatischer Frontman zu den Ausnahmeerscheinungen in der bunten, weiten Welt der Musik gezählt werden müssen. Ein Abend, an dem die Beziehung zwischen Künstler und Fan nicht nur erneuert, sondern sogar auf eine neue Qualitätsstufe gehoben wird. Besonderer Dank an Biggi von Brooke Lynn Promotion Martin Schneider, (Impressum,
Artikelliste), 05.06.2006
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