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Konzertbericht:
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Man darf sicher geteilter Meinung sein, ob ESTAMPIE mit ihren oftmals sakral-meditativen Klängen auf eine Veranstaltung passen bei der eher Frohsinn und Ausgelassenheit im Vordergrund stehen, doch wenn die Alternative lautet 'ESTAMPIE live erleben' oder 'ESTAMPIE nicht live erleben', dann erübrigt sich jede weitere Diskussion. Die Bühne befand sich auf dem Rathausvorplatz, der durch seine zu Sitzplätzen umfunktionierten Steinstufen den leichten Charakter eines Amphietheaters verströmte. Der Sitzplatzbereich war prall gefühlt, direkt vor der Bühne herrschte dagegen weitestgehend gähnende Leere. Das Publikum auf Distanz zu ESTAMPIE? Ja und nein.
Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass ESTAMPIE für ein unvergleichliches Konzerterlebnis sorgten, bei dem die Musik, und nur die Musik als solches im Mittelpunkt stand. Die visuelle Komponente konnte vorwiegend als nicht existent betrachtet werden. ESTAMPIE sind auf der Bühne eine statische Formation. Die meisten Instrumente werden im Sitzen gespielt und auf eine ausgleichende aufwändigere Lightshow verzichtete man zumindest an diesem Abend in Stetten.
Im Mittelpunkt des Programms standen die Stücke des letzten regulären ESTAMPIE-Albums "Signum". Was in heimischer Umgebung auf CD für mich verhältnismäßig schwer zugänglich wirkte gewann im Liveambiente deutlich an Dramatik und Dynamik. Die vereinzelten lebhafteren Stücke sorgten für bunte Farbtupfer im düsteren Gewand getragener Melancholie. Ein weiterer Kontrast-, und für viele im Publikum zugleich der Höhepunkt des Abends war das ausladende, intensive Percussion-Feuerwerk, das ESTAMPIE über mehere Minuten hinweg abbrannten.
Am Ende verabschiedete ein begeistertes Publikum ESTAMPIE nach mehreren Zugaben mit stehenden Ovationen, vielleicht noch gar nicht im vollen Umfang erfassend, dass man einem Konzertereignis, das von einem Hauch von Einmaligkeit umgeben war, beiwohnen konnte. Martin Schneider, (Impressum,
Artikelliste), 23.09.2005
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