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Hellendorn/NL, 07.05.2005

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Fotos: Jörg Litges
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Fotopass
Hellendoorn, NL, 07.05.2005

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LÄÄZ ROCKIT - GOREFEST - OBITUARY - TESTAMENT -
JON OLIVA'S PAIN - ANTHRAX

Das diesjährige Dynamo Festival stand unter dem Zeichen der "Classic Line-Ups"; ANTHRAX wiedervereint mit Joey Belladonna, TESTAMENT mit Alex Skolnick, LÄÄZ ROCKIT direkt vom Bürostuhl geholt, die holländischen Todesmetaller GOREFEST feierten ebenso ein Comeback wie die Mähnenschwenker OBITUARY.

Andre & Metal Harry Eine weitere Classic-Reunion feierte mein Kollege und Mitstreiter Metal Harry mit dem Dynamo Festival, war er doch schon beim allerersten Dynamo 1986 in Eindhoven dabei, und meldete sich nach einigen Jahren der Dynamo-Abstinenz an diesem Wochenende zurück. Verändert haben sich beide über die Jahre auch nicht.


Gleich vorweg: Andre Verhuisen hat ein geniales Festival an den Start gebracht, allerdings versäumt, Petrus mit Backstage-Pässen zu versorgen. Der war so stinkig darüber, dass er es schon Tage vorher regnen lies, und auch am Samstag ging die Sonne erst auf, als LÄÄZ ROCKIT ihren Gig spielten. Oder lag es daran, dass die HoR-Mannschaft endlich das Festival Gelände erreicht hatte? Seltsame Umleitungen in Hellendoorn, die einem Kreisverkehr ähnelten, und Schlammrutschen auf Grünanlagen verhinderten leider ein früheres Aufschlagen unsererseits.

Gelände Auf dem Festivalgelände selbst war der Boden natürlich auch eine Schlammschlacht wert, hervorragend allerdings, dass beide Bühnen auf Grund der Wetterlage in Zelten untergebracht waren, somit stand man absolut trocken. Leider sollten sich Regen und Gewitterschauer den ganzen Tag mit blauem Himmel abwechseln.

Zu Essen und Trinken gab's reichlich, von Pommes über Kroketten (geiles Zeug!) bis zu Hähnchen und Pizza, alles da. Heineken 0,2 gabs für 1.50, Pommes, Frikandel oder Krokette das gleiche, Pizza war 3 Euro. Zivile Preise für ein Festival. Kann man nicht meckern. Auch die WC-Anlagen waren tadellos und in ausreichender Stückzahl vorhanden.

Gelände Schade nur, dass anstatt der kalkulierten 5.000 nur 4.000 Besucher den Weg zum Festival fanden, was nur auf das Wetter zurückzuführen war. Wie Harry von Andre erfuhr, sei ein "Break-Even" damit wohl nicht zu schaffen gewesen. Schade, schade. Liebe Leute, Ihr habt was verpasst!
Gummistiefel war alles was es gebraucht hat. Ihr habt alle ein fantastische Festival mit hervorragendem Sound verpasst, der war nämlich an jedem Ort glasklar, und laut, ohne an Körperverletzung zu grenzen. Bätsch! Selber Schuld. Nächstes Jahr wisst Ihrs besser!

Laaz Rockit

Laaz Rockit Wie oben schon erwähnt, sahen die Jungs aus, als ob sie direkt von ihrem Bürostuhl auf die Bühne gezerrt wurden, bei einigen wurden die Haare kürzer, bei anderen waren sie sogar ganz weg. Victor Agnello (Drums) ist inzwischen Doktor - "Einige Leute nutzen ihre Zeit besser wie andere" meinte Mike Coons (Vocals) dazu lapidar. Also äußerlich kein Vergleich mehr zu den 80er Jahre Posern mit wallendem Haar. Auf der Strasse werden die Jungs sicherlich nicht mehr von Fans überrannt. Der Musik tat das keinen Abbruch, voller Spielfreude gingen die Jungs die Sache an, und rockten die Hauptstage.
Straight From The Fire, Forced To Fight, Last Prayers oder Euroshima wurden abgefeuert, als ob sie vor Wochen das letzte mal auf der Bühne standen, Willy Lange (Bass) stampfte wie in alten Tagen über die Bühne, Mike Coons hat immer noch die gleichen Entertainerqualitäten wie früher. Warum jedoch City's Gonna Burn nicht gespielt wurde, kann ich nicht verstehen...

Laaz Rockit Laaz Rockit Laaz Rockit


Gorefest

Gorefest Hollands Antwort auf die Death Metal Welle vereinte sich auch wieder fürs Dynamo, allerdings hatten sie sich erst 1998 aufgelöst, nicht wie die anderen Bands in den 80ern. Sänger Jan-Chris De Koeyer hatte Haare gelassen, sprich punkigen Kurzhaarschnitt, ich kenne ihn nur mit Matte, ansonsten hat sich nicht viel verändert bei den Jungs. Death Metal till you drop.
Es ist kein Geheimnis, dass ich nicht sonderlich auf das Gegrunze stehe, somit machte ich mich auf, mal das Gelände zu erkunden.
Die Band wurde vom Publikum hervorragend aufgenommen, und es ist gut zu wissen, dass sie einen neuen Plattenvertrag bei Nuclear Blast haben, keine One-time-Reunion also.

Gorefest Gorefest Gorefest Gorefest

Obituary

Obituary Fast das gleiche wie für GOREFEST gilt für mich bei OBITUARY. Wobei die Mukke bei OBITUARY noch geht, gut sogar, bekanntlich wesentlich melodischer als bei anderen Vertretern dieses Genres, treffen sie noch besser meinen Geschmack, nur grunzende Sänger kann ich nicht ab, sorry. Ich möchte deswegen auch nicht schlecht über die Band schreiben, absolut geile Show (schüttel Dein Haar für mich), aber ohne anständigen Sänger ist das einfach nicht mein Ding.
Trotzdem gut zu wissen, dass die Florida-Death-Icons wieder da sind, und immer noch mächtig Arsch treten.

Obituary Obituary Obituary

Testament

Testament ... back together again. Yay! Ich hätte nicht erwartet, dass ich Chuck Billy (Vocals, nach seiner Kehlkopfkrebs-Erkrankung wieder 100%), Eric Peterson (Guitar), Alex Skolnick (Guitar und jetzt eher dem Jazz/Blues zugeneigt), Greg Christian (jetzt HAVOCHATE) und Louie Clemente (Drums) noch mal zusammen auf der Bühne sehe. Und geil war's.
New Order, Live To The Flag, Souls Of Black, Practice What You Preach, Chuck Billy spielt seinen Microphonständer immer noch wie eine Gitarre, und auch Alex Skolnick hatte sichtlich Spaß, die alten Klassiker mal wieder runterzuorgeln.
Trial By Fire, Electric Crown, The Legacy, das Bangen nimmt kein Ende! Bei Into The Pit und Desciples Of The Watch bildete sich sogar ein Old-School Moshpit. Klasse, klasse, klasse, ich würde mir wünschen, dass die Band in dieser Besetzung weitermacht. Aber das wird wohl nur die Zukunft zeigen.

Testament Testament Testament Testament

Jon Oliva's Pain

Jon Oliva's Pain Nun zum Hammer des Tages. JON OLIVA'S PAIN, die ein einen absolut brillanten Set ablieferten. Angefangen mit SAVATAGE Klassikern wie Gutter Ballet oder Jesus Saves, über neue Stücke von seinem PAIN Projekt, All The Time, The Dark oder People Say - Gimme Some Hell, hatten sie das Publikum, incl. einen neben mir stehenden, bangenden Chuck Billy von Minute Eins an im Griff.
All The Time, Ghost In The Ruins wurden von Jon's neuer Band (alle Ex-CIRCLE II CIRCLE) granatenmäßig ins Publikum geschleudert, dass es nur so Headbangers Freude war. Jon hatte mächtig Freude an dem Gig, musste aber widerwillig den Auftritt um einige Stücke kürzen. Durch Probleme beim Keyboard-Hookup dauerte sein Soundcheck zu lange, um den eh schon knappen Zeitplan einhalten zu können. City Beneath The Surface war somit das unfreiwillige letzte Stück des Abends. Sonst hätte es noch: Dungeons Are Calling, Power Of The Night und natürlich Hall Of The Mountain King gegeben.
Irgendwie flog immer so ein Hauch TRANS SIBERIAN ORCHESTRA durchs Zelt, zu hören von diesem Projekt gab es leider nichts. Da es jetzt eh kalt war wie Sau, hätte ich gegen ein paar Weihnachtslieder nix einzuwenden gehabt...

Jon Oliva's Pain Jon Oliva's Pain

Anthrax

Anthrax Schon im Vorfeld sagte Joey Belladonna zu mir, dass sie ihr Set auf 60 Minuten zusammenstreichen mussten. O-Ton: "Wir spielen nur die alten Klassiker". Und so kam's auch: Among The Living, Caught in A Mosh, AIR (mein absoluter Fave, und wurde mir schon im Vorfeld bestätigt, dass er gespielt wird), Madhouse, Antisocial. Geil.
Joey Belladonna bei Stimme wie vor 20 Jahren und Frank Bello (Bass) heizt immer noch wie ein 20-jähriger Jüngling über die Bühne. Überhaupt ist die Band bestens drauf und ballert freudig mit Efilnikufesin, Deathrider und Belly Of The Beast einen Knaller nach dem anderen ins Publikum. Charlie Benanate ist ein Drumtier, Dan Spitz macht mit Sonnenbrille auf cool, aber brilliert nach wie vor an der Gitarre. Und Scott Ian? Der rumpelstilzt nach wie vor über die Bühne wie seit 20 Jahren. So konstante Figuren braucht der Metal, absolute Klasse.
Zu Indians gesellt sich sogar ein echter Indianer zur Band, nein, keiner der Vögel die mit Karnevals-Häuptlingsmasken schon seit Stunden das Publikum unsicher machen: Chuck Billy (TESTAMENT) gibt sich die Ehre mit Joey Belladonna im Duett zu gröhlen.
Zu Metal Thrashing Mad als Zugabe machten Harry und ich uns dann auf den Weg, das Auto, wieder mal, aus dem Schlamm zu schieben und dann zufrieden auf den Weg nach Hause.

Anthrax Anthrax Anthrax Anthrax

Fazit: Scheiss Wetter, geiles Festival, geile Bands.
Dynamo 2006, we will be back!

Jörg Litges, (Impressum, Artikelliste), 11.05.2005

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