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Festivalbericht:
Legends of RockEnnepetal, Haus Ennepetal, 18.09.2010 |
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Ich glaube, so ein musikalisches Angebot an einem Tag hat es im Drei-Städte-Dreieck Schwelm/Gevelsberg/Ennepetal noch nie gegeben. Während in Gevelsberg zum frühen Abend die lokalen Covermatadore SMITHY für Stimmung sorgten und in Schwelm MAKE UP YOUR MIND die Haare strubbelig machten, sorgten in Ennepetal ein Teil der alten Recken im christlichen WhiteMetal-Sektor für steile Stimmung. SEVENTH AVENUE
Die ungeliebte Position des Openers kam den deutschen Old-School-Metallern SEVENTH AVENUE zu, die vor einer überschaubaren Menge einheizen durften. Dank der sympathischen Art von Frontmann Herbie Langhans füllte sich die Halle aber nach und nach. Geboten wurde in den gut 50 Minuten, die den ersten drei Bands jeweils zur Verfügung standen, ein Querschnitt aus dem noch aktuellen Dreher "Terium" angereichert mit Ausritten in die Jahre 2003 und 2004 sowie dem Hinweis, dass man tatsächlich eine "Legende" ist und Big City Sharks vom 1998er-Album "Southgate" aus dem Hut zauberte. Die Zugaberufe nach dem letzten Lied konnten leider nicht erfüllt werden, denn der Zeitplan drängte.
Rex Carroll
Tummelten sich bei den Niedersachsen noch 5 Leute auf der Bühne, zog Rex Carroll (s. a. WHITECROSS) es lieber vor, die Bühne überschaubar zu halten. Ein Bassist, ein Drummer und er selbst mit handgefertigter E-Gitarre hinterm Mikro - mehr braucht es nicht um den guten alten Blues aus dem Koffer zu holen. Dass Mr. Flitzefinger diesen Bereich aus dem Effeff beherrscht bedurfte es keiner langen Anlaufzeit. Sympathisch und mit Humor gespickt wurde durch die gutgefüllten 50 Minuten geleitet, bevor Sweet Home Chicago in einer genialen Version den Abschluss-Blueser mimte.
SEVENTH ANGEL
Die kommende Umbaupause nutzten viele Besucher um sich an den Band- und CD-Ständen eine Übersicht zu verschaffen und entsprechend Euros auf den Tisch zu legen. Leider wurde es danach in der Halle nicht wieder richtig voll. Grund war, dass SEVENTH ANGEL aus dem Königreich links des Ärmelkanals mit ihrem sehr thrashigen Sound nicht wirklich jedes ältere Semester erreichen konnten. Musikalisch gehörten sie an diesem Wochenende zum Extremsten, was geboten wurde. Auch mich hielt es auf Grund der growligen Stimme von Ian Arkley und meiner an diesem Wochenende sehr ausgeprägten Rückenschmerzen nicht lange in der Halle. Musikalisch war das ganz hohes Niveau, aber mit der Stimme hatte ich meine Probleme.
![]() Was dann folgte war der 1. Auftritt in Deutschland der bereits seit 1988 existierenden Band X-SINNER aus den Staaten. In Europa waren sie schon des Öfteren mit ihrem sehr an AC/DC angelegten Sound auf diversen Festivalbühnen zu sehen, aber um unser Land hatten sie immer einen Bogen gemacht. Dafür gingen sie an diesem Samstag als der große Überraschungsgewinner von der Bühne. Stageacting, Bühnenshow, An- und Aussagen der Lieder sowie die Gewissheit, dass man mit vier Griffen einen Wahnsinnsauftritt hinlegen kann - es passte alles an diesem frühen Abend. Ich hatte von den Herren bisher noch nicht allzu viel gehört (ich glaube das erste und einzige Mal noch auf einem christlichen Metalsampler aus den 90er-Jahren mit dem alten Sänger) und war begeistert von dem, was ich da auf der Bühne sehen durfte.
SHOUT
Für mich folgte danach einer der Höhepunkte der "Legends Of Rock". Nach über 20 Jahren standen SHOUT aus Amerika weltexklusiv wieder zusammen auf einer Bühne.
Meine Rückenschmerzen zwangen mich dann leider dazu, den amerikanischen Hardrockern GUARDIAN nur von außerhalb der Halle zu lauschen. Von daher dazu "no comment". ![]() Den Abschluss der "LoR" bildeten WHITECROSS. Zum zweiten Mal innerhalb der vierjährigen Geschichte dieses Events traten die gestandenen Herren aus den Staaten hier auf die Bühnenbretter. Vor zwei Jahren demontierten sie sich mit einer fahrigen Performance leider selber - sollte es dieses Jahr besser werden? Um es vorweg zu nehmen: Ja! Schon der Griff in die Mottenkiste gleich zum Start mit Enough Is Enough vom Debütalbum "Whitecross" zeigte Scott Wenzel in blendender stimmlicher Verfassung und guter Laune, das war vor zwei Jahren definitiv nicht der Fall. WHITECROSS gaben der inzwischen gut gefüllten Halle das, was sie haben wollte und feuerten einen Kracher nach demselben aus den Boxen. Dabei wurde das "In The Kingdom"-Album mit vier Songs am stärksten repräsentiert, ist es doch auch das erfolgreichste der Bandhistorie gewesen. Tränen trieben bei Shakedown und Down vom "Triumphant Return"-Album in die Augen und vollends machte man sich Freunde, als man zur Hymne In The Kingdom Ken Tamplin, die halbe X-SINNER-Mannschaft und noch den ein oder anderen des Abends auf die Bühne holte. Kollektives singen war angesagt und nach dem abschließenden He Is The Rock ließ man WHITECROSS nur sehr ungern von der Bühne. Szenenapplaus gab es für die üblichen Gitarrensoli von Rex Carroll, das obligatorische Drumsolo und auch der dauergrinsende Basser wurde gebührend gefeiert.
Alles in allem ging an diesem Abend ein rauschendes Festival zu Ende, das leider weit unter den Besuchererwartungen des Veranstalters lag. Ob es eine Neuauflage geben wird ist unter diesen Voraussetzungen unsicher, sicher ist aber, dass am ersten Dezemberwochenende NARNIA den definitiv letzten Auftritt haben wird - und zwar auf der ChristmasRockNight in Ennepetal. Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 29.09.2010
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