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Fotos: Norbert Neugebauer
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| Rudolstadt, 01.-03.07.2005 |
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"TFF" - Rudolstadt??? Für Rockfans sicher nicht unbedingt geläufige Begriffe. Folk- und Weltmusikfans aber wissen Bescheid. Jedes Jahr am ersten Juliwochenende steht das schmucke Rudolstadt im südthüringischen Saaletal im Blickpunkt dieser Stilrichtungen.
Was vor 50 Jahren als Tanzfest begann, sich nach der Wende als "Tanz & Folk-Fest" (TFF) einen Namen machte, feierte nun als Folk_ Roots- und Weltmusik-Festival (aktuelles Kürzel "tff") seinen 15. "Neu-Geburtstag" mit einer Rekordbesucherzahl. 65.000 Dauergäste sowie 3.000 Zuhörer des Sonderkonzertes am Donnerstag waren in Rudolstadt und erlebten eines der schönsten (und größten) derartigen Open Air Festivals in Deutschland.
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Die Atmosphäre ist einzigartig, vom Schloss Heidecksburg bis in den Heinepark jenseits des Flusses sind rund 20 Bühnen in die Altstadt eingebettet, auf denen sich über 1.000 bekannte und weniger bekannte Künstler aus allen Kontinenten abwechseln. Das ganze Umfeld gleicht einem riesigen Jahrmarkt mit seinen Buden und Nebenveranstaltungen. Ausstellungen (aktuell noch bis Ende Juli 2005 über die DDR-Gitarren), ein Instrumentenbau-Zentrum, Workshops und ein großes Kinderfest gehören ebenso dazu. Aus ganz Deutschland samt einigen Nachbarländern reisen die Fans dazu an.
Die Organisatoren betonen zwar immer wieder, es gäbe keine Headliner, aber bekannte Namen wie Altan, Bruce Cockburn, Willy DeVille, FAIRPORT CONVENTION, Bela Fleck, HAINDLING, THE HOOTERS, KLEZMATICS, LAMBCHOP, OYSTERBAND, SCHANDMAUL, MICHELLE SHOCKED, STOPPOK, Taj Mahal, Richard Thompson oder Hubert von Goisern ziehen schon auch ein breiteres Publikum an.
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In Rudolstadt geht's ganz relaxt, aber wohlorganisiert zu. Die Dauer-Gäste können in städtischen Turnhallen oder auf dem Campingplatz übernachten. Sofern sie nicht in den Saalegärten zu Electronic Beats bis zum Morgen durchtanzen wollen. Und es herrscht eine Toleranz in dem buntgemischten Publikum, dass es immer wieder auffällt. Heuer hatten sich sogar die sonst schwarzgekleideten "Securities" neutral gedresst. Sie hatten auch mit den Punkies (die ihrerseits die Schnauze hielten) keinen Stress.
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Zum Sonderkonzert traten die irischen Superstars des Folks, THE CHIEFTAINS, zusammen mit Woodstock-Veteran Country Joe McDonald auf. Als Gast kam auch Rock-Chanteuse Marianne Faithful (GB) mit auf die Bühne, die zu den Höhepunkten des Freitags auf der Heidecksburg zählte.
Von diesen Auftritten hörte ich jedoch nur Ausschnitte am Radio, es gab dazu einige Interviews. Country Joe schien dabei leicht desorientiert, was seine Bekanntheit hier in Deutschland betrifft ("I'm a legend but not a millionair like Bob Dylan. The people don't know one song from me.").
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Bekannteste Acts am Samstag waren die Americana-Rocker GIANT SAND (recht sperrig, aber publikumswirksam) und der virtuos Oud spielende Weltmusiker Rabih Abou-Khalil (LIB).
Sanftere Klänge schlug das Quartett TRI CONTINENTAL (CAN/MAD) auf der sonnigen Schlossterrasse an, das in seiner Musik die Klänge einer ganzen Welt einzufangen schien.
Europäische Melodien, Countryklänge aus den Bergen, der Blues des amerikanischen Südens und viel flirrender Afrika-Beat aus der Heimat des Gitarristen "Madagaskar Slim" brachten die begeisterten Zuhörer abwechselnd zum Träumen und zum Swingen. Aber alles andere, als der übliche Ethno-Einheits-Mix.
Der Länderschwerpunkt galt diesmal Brasilien (nicht alles Samba!), Polka war der "Tanz des Jahres". Die E-Gitarre gab das "Magisches Instrument 2005" als das weltumspannende Musikinstrument der Jetztzeit. Neun Gitarristen aus den unterschiedlichsten Regionen und Stilen gestalten nach fünftägiger Einspielzeit das "Magiekonzert", unterstützt von Hellmut Hattler (KRAAN, TAB TWO) am Bass und Snorre Schwarz (Klezmer-Vielspieler) am Schlagzeug.
Quer durch Rudolstadt gab es an allen Tagen immer wieder musikalisch was zu entdecken, vom Kinderquartett über Kniegeigenspieler, A-capella-Gruppen, die traditionellen Tanzgruppen bis hin zu "Artis the Spoonman", der mit irrwitzigem Löffelspiel für Aufsehen sorgte.
Beim Preisträgerkonzert des Deutschen Weltmusik Preises "RUTH" sorgten die bayerischen BIERMÖSL BLOSN für Lachsalven am laufenden Band und wurden nach mehreren Zugaben lautstark gefeiert. Sie erhielten die Auszeichnung für "ihre ausdauernde Abwehr domestizierter deutscher (speziell: süddeutscher) Volksmusik."
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