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| Bochum, Zeche, 09.02.2009 |
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Es ist kalt. Bitterkalt an diesem Dienstag im Februar vor der Zeche zu Bochum. Der Schnee will einfach nicht tauen und der frost hält sich hartnäckig. Das hält ein paar Hartgesottene in der ansonsten frierenden und wartenden Schlange vor der Tür nicht davon ab in T-Shirt und Shorts auf den Einlass zu warten. Ich nehme aber mal an, dass diese Hardcore-Fans einfach nur vorgesorgt hatten, denn wenn GAMMA RAY zum Bangen bittet, friert man eh nicht lange.
Pünktlich um 19:30 Uhr vertreiben SECRET SPHERE aus Italien die Ruhe in den Gemäuern und räumen in den ihnen zur Verfügung stehenden 30 Minuten mehr als nur Achtungsapplaus ab. Klasse Leistung des Ersatzsängers, der den an Grippe erkrankten Hauptsänger vertritt. Das sehr sympathisch und souverän. Auch wenn sie scheinbar den meisten unbekannt sind, geht das Publikum leicht reserviert aber gut mit.
FREEDOM CALL aus Bayern haben es da schon weitaus einfacher. Sie spielen nicht zum ersten Mal in der Zeche und können nicht nur Peavey von RAGE von der Bühne aus begeistern. In den prallgefüllten 45 Minuten ihres Auftritts haben sie nicht nur Zeit ein paar Klassiker in die Halle zu schleudern, sie supporten auch noch ordentlich das frisch auf den Markt gekommene “Legend Of TheShadowking“-Album , was allerdings noch etwas verhalten beim Publikum ankommt. Das merkt auch Frontsympathikus, Sänger und Gitarrist Chris Bay recht schnell, legt sich von daher noch mehr ins Zeug und kann die volle Sympathieskalapunktezahl einfahren. Eine Zugabe gibt es auf Grund des engen Zeitplans leider nicht. Das Publikum quittiert es mit Pfiffen und anhaltendem Applaus.
Nach einer kurzen Umbaupause verdunkelt sich das Saallicht zum letzten Mal. Die Halle ist gut voll, wenn auch nicht ganz ausverkauft. Überall erwartungsvolle Gesichter und mit den ersten Takten des Intros steigt die Stimmung in der Halle sprunghaft an. War bei den Vorbands das Bühnenbild noch verhangen, kann man nun als Backdrop das CD-Cover in voller Größe betrachten, während seitlich der Drums das Band-Maskottchen auf dem Motorrad rumbrettert – auch bekannt vom Cover. Scheinbar hat man sich seit Jahren auf den gleichen Konzertanfang eingeschossen. Nach dem Intro kommt Gardens Of The Sinner, was man auch von den letzten Live-Scheiben kennt. Zum Eingrooven bestens geeignet und die Menge tobt, was will man mehr. Empathy eröffnet den Part der neuen Songs und kommt live mit ziemlich viel Druck über die Bühnenbretter gefegt. Kai Hansen ist bei bester Laune und Stimme und das Volk frisst ihm aus der Hand. Schlag auf Schlag geht es weiter und das Grinsen in den Gesichtern rings um mich herum wird immer breiter.
Henjo Richter und Mr. Hansen schleudern sich die Soloparts um die Ohren während Dan Zimmermann und Dirk Schlächter für das entsprechende Rhythmusfundament sorgen. Der Tour-Titelsong To The Metal entpuppt sich, wie in der Review zur entsprechenden CD schon vermutet, zu einem absoluten Konzertknaller. Das daran anschließende No Need To Cry kann die Qualität von der CD leider nicht halten. Hier machen sich die fehlenden Streicher sehr bemerkbar. Und irgendwie wirkt das Lied gerade nach den ganzen Krachern im Vorfeld etwas deplatziert. Mit Man On A Mission wird der erste Teil des GAMMA RAY-Gigs beendet. Die erste Zugabe ist dann eine tatsächliche! Das Publikum fordert Heading For Tomorrow und Kai Hansen merkt an, dass er von dem Song schon mal gehört habe. Das Publikum fordert weiter und tatsächlich fängt er an, das Lied Stück für Stück ins Gedächtnis zu rufen. Sehr witzig, weil er zwischendurch seine Bandjungs fragen muss, ob sie noch wüssten, wie es weitergeht. Damit ist alles an Fanfreundlichkeit eingefahren, was nur geht. Die beiden abschließenden New World Order und Send Me A Sign beenden ein Konzert komplett ohne HELLOWEEN-Songs. Das hätte ich nicht gedacht, gehe aber wie alle anderen glücklich und zufrieden durch die kalte Nacht des Ruhrgebiets gen Heimat.
Musiker GAMMA RAY:
Kai Hansen: Guitar, Vocal
Henjo Richter: Guitar, Background Vocal
Dirk Schlächter: Bass, Acoustic Guitar, Background Vocal
Dan Zimmermann: Drums, Background Vocals
Setlist GAMMA RAY:
Welcome (Intro)
Gardens Of The Sinner
Empathy
Deadlands
Fight
Mother Angel
The Saviour
Abyss Of The Void
Drum Solo
Armageddon
To The Metal
No Need To Cry
Rebellion In Dreamland
Man On A Mission
Heading For Tomorrow
New World Order
Send Me A Sign
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