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Konzertbericht:
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Nach langer Zeit verschlägt es mich anlässlich der Auftritte von JADED HEART und BLACKBURN mal wieder nach Ludwigsburg in die Rockfabrik. Wie lange mein letzter Besuch zurückliegt, merke ich vor allem daran, dass die altehrwürdigen Räumlichkeiten mittlerweile einige Umbauten über sich ergehen lassen mussten. Ein Zettel am Haupteingang informiert: 'Konzert findet im Club 2 statt. Zugang nur über das Parkdeck.'
Die Schweizer zwängen sich mit Müh und Not auf die Bühnenbretter und leben mit dem Handicap, dass Leadgitarrist Smuti die meiste Zeit mehr oder weniger hinter den Lautsprechern spielen muss und selten im Blickfeld des Publikums ist. Gemessen an den Umständen liefern BLACKBURN aber eine ordendliche Show ab. Zudem lassen BLACKBURN erahnen, dass sie unter weniger beengten Verhältnissen auch optisch weitaus mehr hergemacht hätten. Dabei wirkt die Aufteilung mit den beiden großen Gitarristen Andy und Smuti als flankierende Türme von Frontlady Gabi und der immer lächelnden Bassistin Corinne schon so sehr ansprechend. Die Support-Show von BLACKBURN ist dann doch sehr unterhaltsam und machte Lust auf ein baldiges Wiederhören und -sehen - in einem anderen 'Theater'.
In Punkto Songauswahl hat die Band zumindest für mich einige überraschende Entscheidungen getroffen. Dazu zählt gleich der semi-akustische, sleazige Opener Sweet summertime, das ich, wenn überhaupt, als eine außerplanmäßige Zugabe erwartet hätte. Nicht weniger verblüffend, dass Love is magic als Ballade vom aktuellen Album "Trust" gegenüber dem wesentlich anspruchsvolleren und weitaus emotionaleren bluesigen If I lose das Rennen gemacht hat. Masquerade, eine sichere Bank als potentieller Hit in bester BON JOVI-Manier fällt ebenfalls ganz durchs Raster, dafür gibt es das auf dem Album eher blasse Burning heart, das live aber verdammt gut kommt. Auf das geradezu als Opener prädestinierte Doppel Anytime / Feels like home muss man bis zum Zugabeblock ausharren.
Eigentlich bieten JADED HEART alles, was man sich von einer guten Melodic-Rock Band erhofft. Tolle Songs mit griffigen Hooklines, Ohrwurmmelodien die einen noch tagelang verfolgen, und bei aller Melodik und Emotionalität kommen nie Zweifel auf, sich auf einem Rockkonzert zu befinden. Spielfreude kann man der Band genauso wenig absprechen, wie eine gelungene Balance von Perfektionismus und Spontanität. Totzdem hält sich meine Begeisterung in überschaubaren Grenzen, was aber weniger an der Band als vielmehr an den beschriebenen bescheidenen Rahmenbedingungen der Show liegt. Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 11.05.2004
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