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Fotos: Norbert Neugebauer
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FLATMAN:
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Johnny Neel & W.I.N.D.:
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| Schwarzenbach/Saale, Rock Keller, 26.11.2004 |
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Eigentlich hatte ich keinen Konzertbericht über den Doppelauftritt zur offiziellen Vorstellung der neuen FLATMAN CD "Hell-Bent On Glory" eingeplant. Ich war "nur" als Band-Fotograf anwesend, der nun (nachdem HoR-Boss Fred kurzfristig verhindert war) zumindest ein paar Eindrücke eines starken Abends im Schwarzenbacher Rockkeller wiedergeben will. Leider kam ich im Nachhinein auch nicht mehr an die Playlists.
["Boss" nein, "verhindert" ja; ist halt für nen Freitag etwas schwer, mal eben eine kleine Weltreise zu machen - Fred]
Der Rock Keller ist eine sehr angenehme Location, stilgerecht und rustikal eingerichtet, dank Bullerofen mollig warm, aber leider durch seine Schlauchform sound- und blickmäßig nicht optimal. Dafür ist das Personal auf Draht, sind die Preise zivil und die Mädels echte Hingucker! FLATMAN haben hier Lokalmatadorenstatus, die Fans füllten das Lokal bereits vor Konzertbeginn um 21:00 Uhr bis zum letzten Stehplatz.
Als sich der mit einem schön gesprayten Gitarrenmotiv versehene Bühnenrollo hob, wurde die Band entsprechend begrüßt. Frontman Stefan Kossmann hielt sich auch nicht lange mit Vorreden über die ja gar nicht mehr so pressfrische CD "Hell-Bent On Glory" auf, sondern gab die Zügel frei für einen satten, gut anderthalbstündigen Run aus einem Guss. Der Set bestand aus Songs beider bisherigen CDs und einiger Coverversionen von MOLLY HATCHET, LYNYRD SKYNYRD, CHARLIE DANIELS BAND und Co.
FLATMAN war mir zwar aus früheren Jahren noch als reine Coverband bekannt, aber erst bei einem kleinen Open Air im Sommer begeisterten mich die fünf Männer samt ihren beiden Background-Girls mit einer tollen Liveperformance richtig. Dass es damals bei ihrem Gig wie aus Eimern schüttete und das Wasser durch das Zeltdach unter anderem aufs Schlagzeug runterprasselte, störte weder die Band, noch die klatschnassen Fans. Auch in der Bude gab es jetzt Power satt und eine gute Show, was will der rechtschaffene Rockfan mehr? Die beiden Kossmann-Brüder mit ihren Stetsons im Zentrum, rechts flankiert von Emil Renner an der dritten Gitarre, links vom Bassisten Matthias "Gummi" Popp, dahinter Michael Schneiderbanger am Drumset und die beiden Girls Kathrin Saalfrank und Sabine Kossmann (schwarze Klamotten vor tiefblauer Wand, nur wenig blaues Streiflicht von oben - da kriegt der Fotograf Zustände, Mann!) - viel Platz blieb da kaum für markantes Posing auf der kleinen Bühne. Später kam dann sogar noch ein vierter Gast-Gitarrero für ein paar Songs dazu, da wurde es richtig bahnsteigmäßig eng. Unmittelbar davor die teilweise tanzenden Fans, altersmäßig so ab die Fünfundzwanzig aufwärts und auch aus weiterer Entfernung angereist.
FLATMANs Message ist bekanntlich purer Southern Rock, auf der Bühne geprägt von den drei bestens harmonierenden Gitarren sowie der markanten Groovestimme von Stefan Kossmann. Die Rhythmussektion lässt live ebenso wenig zu wünschen übrig, nur die beiden Mädels hab ich (wie schon beim Open Air) nur gesehen, aber nicht singen gehört. Ob's an meinem Platz am Bühnenrand oder an einer möglichen Antipathie des Mischers lag, ist mir bis jetzt nicht klar. Meist in höherem Tempo und ohne Pause ging's durchs Programm, die Hausband kam natürlich erst nach mehreren Zugaben in die Garderobe.
Nach halbstündiger Umbaupause bahnen sich die drei Italiener von W.I.N.D. mit dem blinden Johnny Neel samt Begleiter (der später auch ein paar Stücke mittelmäßig mitsingen darf) ihren Weg quer durch die Menge zur Bühne. Der bärtige Keyboarder legt gleich mächtig auf seinen beiden Manualen los, sehr aufmerksam unterstützt von den Italo-Bluesrockern.
Sein eigenes Repertoire ist mir bis dato unbekannt, was da aber nun mit deutlicher höherer Lautstärke aus der PA kommt, hört sich jedoch wohlvertraut an. Neel ist zwar kein echter "Southern Man", aus seiner Musik quillt jedoch unzweifelhaft die schweißtreibende Schwüle des amerikanischen Südens. Keineswegs in der Uniformität, die manche "Legenden" mittlerweile seit Jahrzehnten als Stilmittel pflegen, ist Neel auch stimmlich sehr variabel. Mal knarzt er wie Dr. John im New Orleans-Stil, dann tönt er soulful wie Brother Ray oder röhrt wie Greg Allman zu besten Zeiten.
Klar, die Affinität zu den ALLMANs und Co. ist nur logisch und wird auch mit einigen Covers unterstrichen. Die um die Hälfte reduzierte Instrumentierung gegenüber den Originalen fällt dabei nicht einmal sonderlich ins Gewicht. Solange Les Brers nicht selber über den Teich kommen, dürfte das das Beste sein, was hierzulande in der Richtung auf der Bühne steht.
Der Netto-Zwischenset von W.I.N.D. fällt da vor allem in stimmlicher Hinsicht jedoch etwas dünn aus. Als versierte Bluesrock-Compagneros mit gutem Feeling können die Drei jedoch überzeugen. Dass das Trio mehr als die Boogie-Mucke drauf hat, zeigt Gitarrist Jimi Barbiani mit einem langen sphärischen Solo auf seiner Les Paul, bei dem er auch als Slider eine gute Figur macht.
Neel zurück auf der Bühne und sofort geht der Drive wieder zwei Gänge hoch. Nun kocht der Gumbo und die Gators tanzen Mambo Nr. 5 auf 78 Touren! Einige heiße Improvisationen auf den Keyboards sind die einzigen Ausflüge in Richtung Souljazz, wie ihn sein erklärtes Vorbild Ray Charles zelebriert hat. Auch hier ist die Band absolut im Bild. Dann lässt Johnny der gepeinigten Südstaatenseele endgültig freien Lauf und steuert den Set im aufgeheizten Rockkeller mit Whipping Post in ein grandioses Finale.
Warum er dann allerdings die von soviel musikalischer Power restlos beeindruckten Fans ohne eine einzige Zugabe ziemlich erstaunt zurückließ, blieb nicht nur mir ein Rätsel. War die Lust auf ein weiteres Bier "brewed in the fine frankonian tradition" so übermächtig? Gefallen hat's ihm aber offensichtlich, denn unmittelbar nach den letzten Tönen tauchte er ohne Berührungsängste in die Menge und ließ sich gleich von einem nicht mehr ganz taufrischen Countrygirl gutmütig herzen. Dann ging's aber zielstrebig weiter an die Theke zum abschließenden Boxenstopp.
Übrigens, der Eintritt für den kompletten Abend kostete ganze 10 Euro. Frankonia felix - auch für Rockfans!
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