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KonzertberichtMary Gauthier:München, Substanz, 25.09.2002 |
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"Filth & Fire" war vor zwei Monaten im Juli
meine CD des Monats, "Drag Queens in
Limousines" gefällt mir auch sehr, "Dixie Kitchen", die Debüt-CD ist nicht ganz auf diesem Level. Wie
sollte sie auch als Erstling.
Im Village in Habach spielte am selben Abend Bugs Henderson, der auch sehr interessant gewesen wäre, aber ich hab' ich mir was für's Herz gegönnt. Mary Gauthiers Auftritt war in der "Substanz", einer Kneipe in der Ruppertstraße, die mir bis dato nicht bekannt war, auch wenn ich schon x-mal in der Gegend war. Sie erwies sich als durchaus geeignet für Mary Gauthiers Gig. Da ich etwas spät dran war, musste ich auf einen Platz an der Sonne verzichten, die Tische vor der
Bühne waren voll besetzt und ich saß etwa 7, 8 Meter von der Bühne entfernt.
Die rein akustischen Versionen können der Studio-CD nicht das Wasser reichen, wie zu erwarten war. Zu gut sind die Arrangements auf "Filth & Fire". Die ganz ruhigen Songs spielt sie auch sehr ordentlich auf der Gitarre, wenn's ein bisschen schneller wird, dann zeigt sich, dass sie keine Meisterin ist. Ihr sehr persönlicher Gesangsstil kommt live genauso gut wie auf den CDs, teilweise richtig verzaubernd. Über die Texte brauche ich nichts zu sagen, denn diese sind sehr gut. Mary Gauthiers Talent als Songwriter und Sängerin steht ausser Frage. Leider macht sie den Fehler, bei den ruhigen Songs zu leise zu werden. Resultat, die weiter hinten fangen das
Ratschen an, man hört jedes Bierglas, der Geschirrspüler singt eine zu laute (falsche) zweite Stimme und die
Atmosphäre geht verloren. Sie bleibt nur bei denen an den ersten paar Tischen bestehen.
Bei Sugar Cane setzt sie mit der Mundharmonika an, nach 5 Tönen unterbricht sie und sagt "this is
definitely not Neil Young" und hat die Lacher auf ihrer Seite. Und noch mal von vorn. ("Heart of Gold" lässt
grüßen, die Melodien unterscheiden sich zwar, aber es ist die Art, wie sie spielt).
Allen Respekt vor der Lady. Travelt alleine durch Europa und hat in der "Substanz" circa 80 plus Zuhörer, die
jeden Song richtig lang und laut beklatschen und nach dem Gig so einige CDs erwerben. Wenn ich da an diverse
Konzerte der vergangenen Monate denke, bei denen gerade mal ein Dutzend oder weniger zahlende Gäste da
waren, dann ist dies eine Traum-Audience.
Also, wenn ich mir vorstelle, da stünde jetzt eine einigermaßen Band (Buddy Miller - Guitar, Gurf Morlix -
Bass, Rev. Brady Blade - Drums) hinter und neben ihr, sie hat alle Freiheiten - Wahnsinn! Wahrscheinlich eines der
besten Konzerte der ruhigen Art, die ich jemals gesehen haben würde.
Für Musikliebhaber meines Geschmacks sehr schöne eineinhalb Stunden. Bis zum nächsten Mal, Mary. Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 26.09.2002 |
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