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Christmas In RockMolly Hatchet,
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Wenn 3 Legenden (bzw. Teile von Legenden) zu einem gemeinsamen Konzert kommen, hat man immer gemischte Gefühle. Bringen es die alten Herren noch? Oder wird man abgezockt? Und doch kommen immer wieder einige Hundert Leute, um sich solche Konzerte anzuschauen. Natürlich liegt der Altersschnitt höher, als bei der Kelly Family, aber dafür wissen die Anwesenden auch, um was es geht. HUMBLE PIE hatten 2 Möglichkeiten. Entweder sie würden als passable Oldieshow durchgehen, oder als drittklassige Pie-Kopie, ohne Marriott, von der Bühne gepfiffen werden. Sie haben sich für die dritte Möglichkeit entschieden. Die Setlist liest sich wie ein Traum eines jeden 70er-Fans. Four Day Creep, Fool For A Pretty Face, Natural Born Bugie (ist von 1969, ich weiss), Hallelujah, I Love Her So, Road Runner und I Don't Need No Doctor. Dazu ein neues Stück, Trouble, das auf der kommenden Platte ("Trouble", VÖ im Februar/März) erscheinen wird. Den Gesang teilen sich Tench und Ridley. Ridley übernimmt den bluesigen Part, Tench lässt seine soulige Röhre ordentlich knacken. Dass der singen kann, weiß man nicht erst seit "On To Victory" und "Go For The Throat". Schon 10 Jahre vorher hat ihn Jeff Beck für seine Platten "Rough And Ready" und "The Jeff Beck Group" engagiert. Und eine astreine Gitarre spielt er sowieso.Dave Colwell ist ein klasse Rocker. Mit der tiefergehängten Gibson gibt er den alten Schlagern richtig Zunder. Das war eine tolle Dreiviertelstunde. Ich habe Pie nie mit Steve sehen können und war schon etwas skeptisch. Aber die Jungs haben mich mit ihrer Frische und Spielfreude überzeugt. Ich hoffe, die neue Platte wird ein neuer Anfang für diese Band und nicht ein weiteres Desaster, wie seinerzeit die großartigen Alben "On To Victory" und "Go For The Throat". Die wollte vor 20 Jahren kein Mensch hören, schließlich war grade ganz andere Musik angesagt. Da half auch kein Steve Marriott in überragender Form. COMPANY OF SNAKES hatten eine Chance. Nämlich ein weiteres Mal alte Whitesnake Klassiker zu spielen und als Coverband ein wenig für die Altersversorgung zu arbeiten. Das waren 75 Minuten, die ich ganz sicher nicht vergessen werde. Schon die erste Nummer war ein neues Stück. All Dressed Up geht ab wie die Feuerwehr. MOODY und MARSDEN geben derart Stoff, dass meine alten - und negativen - Erinnerungen an Konzerte von Whitesnake sofort weggewischt waren. Keine Soloeskapaden (na klar, ein geniales Slide-Solo von Micky Moody), keine Ausruhphasen und das Beste: Sänger STEFAN BERGGREN muss sich nicht dauernd an die Klöten greifen, um die hohen Töne zu treffen. Von der kommenden CD "Burst The Bubble" (soll im Januar veröffentlicht werden) wurden 5 Songs vorgestellt. Das Titelstück ist ein Rhythmusmonster. Ride Ride Ride müssen Moody und Marsden zusammen mit Lonesome Dave von Foghat geschrieben haben. Wahnsinn wie das abgeht. Sacrificial Feeling ist ein Hymne im altbekannten Stil und Kinda Wish You Would kennt man bereits von "Real Faith". Außerdem der schon erwähnte Killer All Dressed Up. Dazwischen kamen natürlich Whitesnake Klassiker. Die aber unvergleichlich druckvoll. Wenn oben bei Humble Pie etwas von Motivation steht, dann waren die Snakes übermotiviert. Sensationell, wie die beiden Gitarren messerscharf die Grenze vom Hard Rock zum Southern Rock überschritten. Zwei solche Leadgitarren hört man nur in den seltensten Fällen und wenn eine Band auch noch so tight zusammenspielt, kommt dabei letztendlich ein traumhaftes Konzert heraus. MOLLY HATCHET hatten keine Chance. Aber die haben sie genutzt. Nachdem sich in den letzten Monaten das Schlagzeugerkarussell bei Hatchet ordentlich gedreht hatte und bei dieser Tour schon wieder ein neuer Mann trommelte, muss ich gestehen, dass ich seinen Namen nicht mitbekommen habe. Sehr solide hat er auf jeden Fall gekesselt. Herz und Kopf der Band sind inzwischen ganz eindeutig Sänger PHIL McCORMACK und natürlich Chef BOBBY INGRAM. Genug des Genörgels. Selbstverständlich war auch dieses Konzert phantastisch. Bobby ist ein unglaublich guter Gitarrist und die Band rockt, immer wieder angeschoben von Phil, wie eine Dampfwalze. Einen Satz möchte ich noch dem Event an sich spendieren. Nicht nur, dass wir 4 Stunden allerbeste Musik zu hören bekamen, auch die Rahmenbedingungen können besser nicht sein. Die Elser Halle ist eine sehr angenehme Rock & Roll Halle und was der Mann am Mischpult daraus gemacht hat, war allererste Ware. Natürlich war es laut, aber, im Gegensatz zu den letzten Konzerten von Molly Hatchet, konnte man nachher ohne Hörschaden die Halle verlassen. Super Job & Kompliment an den Mann. Und wie immer ein Dank an EPM für den tollen Support. Der Fan von guten Bildern wird es danken. Fred Schmidtlein (Impressum, Artikelliste), 17.12.2000 Ich habe ein paar Minuten überlegt, ob ich Freds Worten noch etwas hinzufügen sollte. Dann war mir klar, dass ich dies wollte. Freds Bericht ist so euphorisch, dass mancher glauben könnte, er hätte die rosaroten Kopfhörer aufgehabt. Ganz klar gesagt: Dem ist nicht so. Dieses Triple war einfach super. Humble Pie ist niemals meine Lieblingsband gewesen, aber was die Herren live geboten haben, war einfach gut. Sowohl gesanglich, als auch instrumental. Im Unterschied zu Fred sind meine Erinnerungen an die Schlangenkonzerte überaus positiv. Dies liegt u.a.
daran, dass mir die Gitarrenspielereien von Marsden und Woodie immer gefallen haben. Da trennen sich unsere
Geschmäcker.
Bleiben noch Bobby Ingram & Co. Für mich war es das erste Molly Hatchet-Konzert, auch wenn ich sie von
Anfang an kenne und die ersten fünf LPs im Regal stehen. Plus der "Kingdom Of Twelve". Nach der Company, die
das Publikum begeisterte, war der Gig wirklich kein leichter Job.
Werner Saumweber (Impressum, Artikelliste), 17.12.2001 |
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