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| Berlin, Knaack-Klub, 23.05.2005 |
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Kollege Epi hat vollkommen recht. So schön die Scheiben von Rich Hopkins sind (vor allem die letzte Studioveröffentlichung "Ka-ju-tah" gefällt mir), es ist einfach ein Quantensprung im Vergleich zu dem Erlebnis, den Meister auf der Bühne zu erleben. Auf der diesjährigen Tour musste Rich auf Drummer Jimmy Howell verzichten, der zum einen seiner schwangeren Frau Beistand leisten wollte und zum anderen mit der Band THE WYATTS gerade recht erfolgreich zu sein scheint (das Album ergatterte Platz 29 in den Roots Country Charts).
Aber man hat ja mit George Duran einen mehr als würdigen Ersatz gefunden, mit dem Rich augenscheinlich mehr als zufrieden ist. Los ging es mit dem San Felipe Blues vom "Ka-ju-tah"-Album, und es war gleich zu merken, dass Rich's Stimme doch reichlich angeschlagen war. Aber ein Indianer kennt keinen Schmerz und es beeinträchtigte auch nicht wirklich, wurde es doch durch Spielfreude, Feeling und jede Menge Höllengitarren wettgemacht.
George Duran
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Anna Rosales
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Weiter ging es mit Ace In The Hole und langsam kamen die LUMINARIOS richtig in Schwung. Der quicklebendige Adrian Esparza, der mittlerweile den Bachelor's Degree in Music an der University of Texas erworben hat, setzt immer wieder gezielt Akzente mit der Gitarre, seine Ehefrau Anna Rosales ist nicht nur von ungeheuer positiver Ausstrahlung, sondern spielt auch wundervoll Bass und setzt als Sängerin Glanzpunkte.
Das Schlagzeugkraftwerk George Duron hatte ich ja oben schon lobend erwähnt. Und dann natürlich Rich Hopkins als Großmeister der schrägen, verqueren, lauten Gitarrenkaskaden, in die er so unendlich viel Herzblut legt, zelebrierte er wieder eine Nacht der rauchenden Amps. Nach Ace In The Hole gibt es Swollen Tongue vom Album "My Lucky Stars", bevor dann wieder Stücke aus "Ka-ju-tah" abgefeiert werden: Card Board Box und das in einem fulminanten Saitengewitter kulminierende Touch U Girl.
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Dann zeigen die Vier ihre psychedelische Seite und covern die ELECTRIC PRUNES mit I Had Too Much To Dream (Last Night).
Nach dem etwas fragileren neuen Song Hurt You kommt der große Auftritt von Adrian Esparza, der bei Flash nicht nur den Gesang übernimmt, sondern auch ausgiebig die Herren Lennon bzw. Jagger und Richards zitieren darf. Danach ein weiterer absoluter Höhepunkt mit dem Klassiker Dirt Town, mit verzweifelter Wucht und satten Feedbacks wie in Stein gemeißelt. Anna Rosales singt dann den Loretta-Lynn-Song With Lovin' In Your Mind, bevor es die Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und Selbstverständnis mit Red, White And Blue, wieder vom "Ka-ju-tah"-Album gibt.
Mittlerweile haben Rich und seine LUMINARIOS das recht gut gefüllte Knaack dermaßen zum Kochen gebracht, dass man sich tatsächlich fühlt wie in der Wüste von Arizona bei sengender Mittagshitze.
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Mit Co'dine von Buffy Sainte-Maire hat man dann einen richtig staubtrockenen, gleichwohl eleganten Blues-Rocker im Programm, bevor Unglued und der SIDEWINDERS-Song Witchdoctor, wieder gesungen von Anna Rosales, nach guten zwei Stunden das reguläre Set beschließen. Den wenigen, die Rich Hopkins noch nie live gesehen hatten, blieb schlicht die Kauleiste offen ob derartiger Energie, Dynamik, Feuer und Grandezza und die anderen feierten ihre(n) Helden sowieso frenetisch ab (ein Teil der Besucher, mutmaßlich Mitglieder des Rich-Hopkins-Fanclubs-Germany, der im übrigen auch eine sehr informative Website pflegt, reiste der Band hinterher und wurde von Rich auch entsprechend begrüßt).
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Natürlich war es das noch nicht gewesen, lautstark gefordert gab es noch das furiose What Am I Supposed To Do, ein erdbebengleiches Wildhare/Lordsburg Blues von "My Lucky Stars" und die Kooperation von Hopkins mit Steve Wynn, Credits Roll.
Und als alle glücklich erschöpft nach mehr als 140 Minuten zügellosem Desert Rock waren, kehrte die Band tatsächlich nochmals zurück, um mit So You Want To Be A Rock'n'Roll Star von den BYRDS, das ja auch den Hidden Track auf "Ka-ju-tah" darstellt, das endgültige Sahnehäubchen auf einen schlichtweg atemberaubenden Auftritt zu setzen.
Rich Hopkins, das ist einfach gelebte Rockmusik, das sind pure Emotionen und jede Menge Adrenalin. Und jetzt ist es mir doch gelungen, den Namen eines gewissen kanadischen Musikers zu vermeiden, der mit seinem verrückten Pferd unterwegs ist und mit dem Rich gerne verglichen wird.
Nichts gegen letzteren, aber Rich Hopkins ist für mich inzwischen einfach bodenständiger, glaubwürdiger und authentischer. Und er lässt es immer noch richtig schön krachen und hat Spass dabei. Das überträgt sich und gibt Kraft, Zuversicht und einfach gute Laune. Was will man mehr?
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