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Konzertbericht:
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RIVERSIDE machten anlässlich ihrer Europatour erneut Station im "Rind" zu Rüsselsheim, wo sie bereits im Frühjahr dieses Jahres mit großem Erfolg gastierten. Dieser kleine Klub ist wirklich eine feine Adresse, in die ich immer wieder gerne komme: Intime Klub-Atmosphäre, entspannte Leute, direkter Kontakt zu den Künstlern, große Bühne und guter Sound, moderate Preise - "Das Rind" hat was ....
Der Support LAST SUPPER begleitet RIVERSIDE auf ihrer derzeitigen Europatour. Bereits zum fünften Mal ist dieses Quartett in Deutschland, sie sind also wahrlich keine unbekannten Gesichter mehr. Dieses Mal haben sie ihre neue CD "0° Order Into Chaos", immerhin schon die Dritte, im Gepäck, die es zu promoten galt.
Nun denn: LAST SUPPER eröffneten also den Abend und wurden freundlich begrüßt. Die Kanadier stiegen viel versprechend mit Mary von ihrem aktuellen Album "0° Order Into Chaos" in ihren 45 Minuten-Set ein, gleich danach Life Line vom Vorgänger. Treibender Gitarren-Rock war angesagt. Bei allem Enthusiasmus der Protagonisten: Der Funke wollte nicht so recht überspringen, zu spröde waren die Arrangements, zu wenig eingängige Hooks hatte es, ja und zu laut war's letztendlich auch. Schade, denn eigentlich war für LAST SUPPER mehr 'drin. Bassist Brian Hendricks, der Poser der Band, und Drummer Frankie Biggz, dieser auf einem Mini-Kit, legten eine sehr druckvolle, variable Basis, auf der Gitarrist Peter Walker seinen Sound-Teppich webte. Leider war das alles zu laut und somit zu wenig differenziert. Sänger und Rhythmus-Gitarrist Dan Shwetz konnte dagegen keine entscheidenden Akzente setzen - live sind seine Vocals einfach nicht variabel genug. Was im Studio durchaus ansprechend gelang, musste an diesem Abend im allgemeinen Sound-Brei scheitern. So kann man eine an sich schön arrangierte Nummer wie Self Actualization live nicht umsetzen und genau das war auch der Punkt, warum es an diesem Abend nicht zünden wollte. Das faire und prog-kundige Publikum verabschiedete LAST SUPPER, ebenso höflich wie eingangs begrüßt, ohne allerdings eine Zugabe einzufordern.
RIVERSIDE aus der polnischen Hauptstadt Warschau sind schon lange kein Geheimtipp mehr. Sie werden mittlerweile gar in einem Atemzug mit Klassikern wie PINK FLOYD und MARILLION genannt, was in meinen Ohren allerdings etwas vollmundig erscheint. Auch DREAM THEATER, ASIA und PORCUPINE TREE werden immer wieder gerne bemüht und das sind auch genau die Bands, die von den Vieren immer wieder zitiert werden, wenn nach ihren Roots gefragt wird. Unter frenetischem Jubel der Fans betraten die Jungs von RIVERSIDE kurz nach 22:00 Uhr die Bühne des "Rind". Mit den beiden Openern ihrer aktuellen CD "Rapid Eye Movement" Beyond The Eyelids und Rainbow Box stiegen die Polen furios in ihren Set ein. Insgesamt brachten sie lediglich vier Tracks vom aktuellen Album - zu den bereits Genannten gesellten sich noch Ultimate Trip und Parasomnia. Das Publikum nahm gerade die älteren Songs mit großer Begeisterung auf. Vor allem das 10-minütige Volte-Face wurde begeistert mitgesungen. Die Songs kamen live eine ganze Kante härter und direkter herüber, gefielen mir so fast besser als die Studio-Versionen. Der Sound war nahezu perfekt, die einzelnen Instrumente waren differenziert zu hören.
RIVERSIDE kochte die Begeisterung der 150 Fans langsam auf den Siedepunkt. Die Bühnenpräsenz des Sängers und Bassisten Mariusz Duda war/ist phänomenal. Ich mischte mich unters Publikum direkt vor Dudas Micro und spürte förmlich die Magie, die von ihm ausstrahlte. Mit wuchtigen und knurrigen Bass-Linien trieb er, gemeinsam mit Piotr Kodzieradski, RIVERSIDE voran. Seine Vocals, auf den Tonträgern eher getragen und melodisch, kommen live erheblich rauer und härter. Apropos Piotr Kodieradski: Dudas Partner in der Rhythm-Section schießt nun wirklich jeden Vogel ab. Von der Statur her [ich würde sagen: quadratisch ;-))] kommt er mir eher wie ein Holzfäller vor. Aber wenn dieses vierschrötige Unikum seine Sticks in die bärengroßen Pranken nimmt, zaubert er traumhaft filigran leichte Rhythmen aus seinem Drum-Kit - selten habe ich einen überzeugenderen Drummer erlebt.
Mit I Believe und einer Hammer-Version von Second Life Syndrom wurde nach etwa 90 Minuten der Set beendet. Ohne Zugaben wurden die Polen allerdings nicht entlassen: zunächst - lange erwartet - der Single-Hit 02 Panic Room, der die Stimmung zum absoluten Höhepunkt hochkochen ließ. Nach weiteren zwei Zugaben, beendeten RIVERSIDE nach knapp 2 Stunden den Abend und hinterließen ausschließlich hochzufriedene Fans. Alles in allem war's mal wieder ein unterhaltsamer Abend im "Rind" - jeder kam wohl auf seine Kosten. Die Jungs von RIVERSIDE haben mich gewaltig beeindruckt. Ich empfehle jedem, der sich für anspruchsvollen, leicht düsteren Prog-Rock interessiert diese Band, von der ganz sicher noch einiges zu erwarten sein wird.
SETLIST: Steve Braun, (Artikelliste), 11.12.2007
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