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Rick Wills
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| London, Royal Albert Hall, 08.04.2004 |
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An sich stand das Benefizkonzert zu Ehren des 1997 (an den Spätfolgen seiner Multiple-Sklerose-Erkrankung) verstorbenen (SMALL) FACES-Bassisten, Singer/Songwriters und SLIM CHANCE-Gründers unter keinem guten Stern. Wochenlang hatte es hinter (und vor) den Kulissen rumort, zwischen den Witwen Kate und Susan Lane, zwischen Musikern und Bands - Ian McLagan, langjähriger Weggefährte Ronnies und ihm freundschaftlich verbunden, sagte aus "privaten Gründen" ab, ebenso P.P. Arnold und Billy Nicholls. Eric Clapton und Jimmy Page waren aus terminlichen Gründen verhindert.
Folglich machte (nicht nur) ich mich mit einem flauen Gefühl nach London in die ehrwürdige "Royal Albert Hall" auf - um mich dann doch eines besseren belehren zu lassen!
Initiator John Hellier, seines Zeichens Herausgeber des superben SMALL-FACES-Fanzines "Wapping Wharf", fungierte als Moderator und konnte sich über fast ausverkaufte Halle freuen. Nach zwei von ihm verlesenen Grußbotschaften von Paul McCartney und Eric Clapton ging's dann fast pünktlich gegen 19.35 Uhr los, und zwar mit mehreren "Warming up"-acts, den soliden Coverbands SMALL WORLD und 17 BLACK sowie der DEBORAH BONHAM BAND. Erstere zelebrierten mit ungeschliffener Energie mehr oder minder bekannte Songs aus dem SMALL FACES-Repertoire, u.a. I'm Only Dreaming und Rene (mit Steve Marriotts Tochter Mollie als Background-Sängerin).
Für Here Comes The Nice und Hey Girl/Whatcha Gonna Do About It hatte man jeweils prominente Gastsänger (BUZZCOCK-Boss Steve Diggle bzw. NINE BELOW ZERO-Frontmann Dennis Greaves) gewinnen können. Dazwischen war Debbie Bonham mit ihrer Band (feat. Ex-PIE-Drummer Jerry Shirley) eingebaut worden, die leider etwas uninspiriert zwei Balladen-Klassiker (Every Little Bit Hurts u. McCartneys Maybe I'm Amazed) zum besten gab.
Einen ersten Höhepunkt setzte Ex-ULTRAVOX-Leader Midge Ure mit seinen nur zur Gitarre vorgetragenen Versionen von Mad John und My Mind's Eye. Ihm folgten die in Großbritannien nach wie vor sehr populären OCEAN COLOUR SCENE, die sich bekanntlich schon früh als Lane-Fans geoutet hatten. Sie boten einen druckvollen, sehr professionellen Dreier-Set mit Wham Bam Thank You Mam, Done This One Before (an sich eine sehr softe Lane-Ballade) und dem Glanzstück Song Of A Baker, der den ersten Konzertteil abschloss.
Nach einer Verschnaufpause konzentrierte sich das musikalische Geschehen nun auf, wenn man so will, Ronnie Lanes Solokarriere. Sein treuer Bandkollege Charlie Hart (Akkordeon, Fiddle) hatte eigens für dieses Event SLIM CHANCE reformiert, und trotz begrenzter Probezeit spielte die Truppe mit Alun Davies (Acoustic Guitar), Henry McCullough (Lead-Guitar, Mandolin, Vocals), Chrissie Stewart (Bass), Geraint Watkins (Keyboards, Vocals) und Geoff Dugmore (Drums) in der Folge wie aus einem Guss. Die Gesangsparts übernahmen Henry & Geraint (Kuschty Rye, Cat's Melody), Keith Smart (Anniversary), Chris Jagger (Anymore For Anymore, How Come), die bestens aufgelegte Sam Brown (Flags & Banners); es folgten die Überraschungsgäste Glen Matlock (Ex-SEX PISTOLS) und Mick Jones (THE CLASH), die zwei weiteren FACES-Nummern eine Dosis Punk-Energie verpassten.
Hatte hier bereits das Publikum ehrfürchtig die Ohren gespitzt, erhoben sich nunmehr praktisch alle Zuschauer, als ER auf die Bühne marschierte: Pete Townshend - nach langer "Zwangs"pause wieder mal live aktiv. Er erläuterte eingangs kurz seine freundschaftliche Beziehung zu Ronnie Lane und ließ dann dessen Song Stone (bzw. Evolution) erklingen, der die Philosophie ihres gemeinsamen Gurus Meher Baba ins Gedächtnis rief.
Die standing ovations gingen praktisch nahtlos über an den nächsten "First Class Star" - Paul Weller; auch er ein bekennender SMALL FACES- und vor allem Lane-Fan. The Poacher gehört bekanntlich schon seit längerem zu seinem Live-Repertoire; dem folgte nun bemerkenswerterweise eine grandiose Fassung einer nahezu unbekannten Ballade, die Lane erst in seiner texanischen Wahlheimat eingespielt hatte: Spiritual Babe. Als Duett-Partnerin agierte wiederum Sam Brown, die anschließend noch mit ihrer souligen Interpretation von Lad's Got Money aufhorchen ließ.
Noch ein Star-As hatten die Veranstalter im Ärmel, wobei ER eigentlich "auf der Kippe" gestanden hatte: Der fröhlich und beschwingt auf die Bühne trudelnde Ron Wood. Mit Weller und Brown intonierte er den einst mit Lane verfassten Gassenhauer Ooh La La, zu dem passend zwei Can-Can-Mädels abtanzten.
Nach einem Cockney-Intermezzo mit dem Sohn des 2002 verstorbenen Schauspielers Stanley Unwin folgte nach überraschend kurzem Umbau der erste größere Auftritt der JONES GANG, der neuen Band um (SMALL) FACES- und WHO-Drummer Kenney Jones. Er hatte renommierte Kollegen um sich geschart: Bassist Rick Wills (Ex-FOREIGNER u. SMALL FACES), Gitarrist Dave "Bucket" Colwell und Sänger Robert Hart, beide auch für BAD COMPANY tätig. Ihr Set hätte bestens in ein Stadion gepasst; vom bombastischen Sound und der Bühnenshow her nicht unbedingt dem Anlass angemessen, aber sehr professionell und mit viel Power. Gleich zu Anfang eine stimmige Version des Instrumentals Ogdens' Nut Gone Flake, gefolgt von dem etwas deplaziert anmutenden Rod-Solohit Maggie Mae. Der nächste Song versöhnte wieder: Eine (neue) Hymne auf Ronnies einstiges Zigeunerleben (Gypsy Lane).
Dann betrat wiederum Pete Townshend die Bühne und präsentierte mit Inbrunst und viel Seele Heart To Hang Onto (seinerzeit das einzige Duett von Pete & Ronnie auf dem "Rough Mix"-Album).
Weiter ging's wieder mit der JONES GANG und diversen Gästen: Nach Itchycoo Park (mit Robert Harts Leadvocals) sang Steve Ellis (Ex-LOVE AFFAIR) Afterglow, bewies einmal mehr, mit welch großartiger Stimme er gesegnet ist. Ähnliches galt ja bereits für Sam Brown, die bei (If You Think You're) Groovy P.P. Arnold (als Originalinterpretin) bestens vertrat.
Dann kam's zum Finale mit Tin Soldier, und Ron Wood trat wieder auf den Plan, ließ mit Had Me A Real Good Time und Stay With Me selige FACES-Zeiten sehr authentisch aufleben.
Den definitiven Abschluss bildete All Or Nothing, und obwohl eigentlich nur als Gäste im Publikum gaben hierfür nun Chris Farlowe ("The Voice") und Clem Clempson ihr bestes.
Das Publikum war aus dem Häuschen, und Stan Lane, Ronnie Lanes älterer Bruder, kam auf die Bühne, schaute zum Himmel (bzw. zur Decke) auf und sagte: "Well, what d'yer make of that Ronnie!" In der Tat, ein denkwürdiger Abend war zu Ende und höchst zufriedene Fans verließen die Stätte des Geschehens.
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