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Konzertbericht:
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Gestern hab ich mal wieder Status Quo "Live" aufgelegt. Ihr wisst schon, die legendäre Doppel-LP von 1976. Junior's Wailing, Backwater, Just Take Me, Is There A Better Way, In My Chair, Little Lady, Most Of The Time, Forty-Five Hundred Times, Roll Over Lay Down, Big Fat Mama, Caroline, Bye Bye Johnny, Rain, Don't Waste My Time, Roadhouse Blues. Und, man glaubt es kaum, es war wie immer. Grinst man anfänglich noch über die etwas schrammelige Gitarre, schnippt man nach 30 Sekunden automatisch mit den Fingern und nach spätestens 2 Minuten spielt man Luftgitarre. Eigentlich ist es müßig, über Status Quo im Jahr 2001 noch etwas zu sagen. Seit Urzeiten gehe ich Jahr für Jahr zum gleichen Konzert, niemals haben sie mich enttäuscht, immer gab es Vollbedienung. Auch bei dieser Tour das gleiche Bild. Trotzdem möchte ich ein paar Anmerkungen fallenlassen. Status Quo Konzerte sind mittlerweile reine Mitklatsch- und Kultparty-Veranstaltungen. Die treuen Fans sind mit der Band älter geworden und eigentlich geht es gar nicht mehr um musikalische Inhalte. Man will einfach mitsingen, schunkeln, Bier trinken und die Big Fat Mama feiern. So weit so gut. Allerdings möchte ich an dieser Stelle behaupten, daß der eine oder andere Quo-Besucher sich auch schon mal auf ein Wolfgang Petry Konzert verirrt hat. Die notorischen Klatscher rings um mich lassen Böses ahnen. Hölle Hölle Hölle macht doch genauso viel Spaß wie Rockin' All Over The World. Oder? Seit Jahren schon nervt mich die "Vermedleyisierung" der Quo Gigs. Klar, bei so vielen Klassikern tut man sich mit der Songauswahl schwer. Aber ich würde zu gerne mal wieder 4500 Times in Originallänge hören (oder zumindest annähernd) und nicht nach 4 Minuten jäh unterbrochen von Whatever You Want (oder was für ein Song auch immer). Ein paar Veränderungen gibt es aber dennoch. Der Drummer Jeff Rich ist nicht mehr dabei und wird ersetzt von Matthew Letley. Damit haben Quo in 34 Jahren inzwischen den 3 Schlagzeuger. Das nimmt beinahe schon Spinal Tap-Züge an. Sonst ist natürlich alles wie jedes Jahr. Rick Parfitt ist immer noch der bessere Sänger. Parfitt und Rossi sind immer noch die besten Ausfallschritt-Poser der Welt. Maximal 3 Songs während der 90 Minuten sind keine Boogies (Gerdundula, In The Army Now und Living On An Island). Alle Songs, die jünger als von 1977 sind (da erschien die Rockin' All Over The World-LP), erscheinen gegenüber den älteren Stücken etwas fußlahm. Die 50ies Rock'n'Roll-Stücke (von Chuck Berry etc.) sind überflüssig. Und eine Nummer wie Old Time Rock And Roll sollten sie besser Bob Seger überlassen. Es klingt einfach zu blutleer. Und doch macht ein Quo-Gig nach wie vor gute Laune. Das sollten sich die ewigen Besserwisser mal hinter die Ohren schreiben. Was gibt es schöneres, als bei einem Konzert einfach Spaß zu haben, die Boogie-Sau rauszulassen, nicht dauernd von irgendwelchen Breaks oder Rhythmuswechseln aus dem Takt gebracht zu werden, jeden Text mitsingen zu können, den (vielen erstaunlich jungen) Mädels beim hopsen zuzusehen? Ok, ich schweife ab... Eines hat mich gestern allerdings sehr geärgert. DM 68,50 Eintritt ist eine Frechheit. Künstlersteuer hin oder her, das ist zu viel. Ich verlange nicht, wie 1978 mit 18 Mark bedient zu werden, aber für eine "Gebrauchsband" wie Status Quo müßte ein halbwegs normaler Preis machbar sein. An Geldmangel können sie doch nicht leiden? Wer Quo bisher nicht mochte, wird sie auch nie mehr in sein hartes Herz schließen. Aber wer lieber Schweißperlen auf der Stirn, als Tränen in den Augen hat, sollte beim nächsten Konzert mal wieder hingehen. Sie spielen ganz sicher bald auch bei Dir um die Ecke. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 18.06.2001
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