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Steve Marriott Memorial Concert:London, Astoria, 20.04.2001 |
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Auf den Tag genau vor zehn Jahren hatte Steve Marriott, seines Zeichens Frontmann der SMALL FACES, dann von HUMBLE PIE und diversen Nachfolgebands, einen folgenschweren Fehler begangen. Dieses traurige Jubiläum nahmen seine Witwe und diverse Helfer, u. a. Chris France und John Hellier (Herausgeber des exzellenten fanzines: WAPPING WHARF) zum Anlass, ein großes Tribute-Konzert zu organisieren. Nachmittags trafen sich im "Royal George", einem Pub in der Nähe des Veranstaltungsortes (unweit "Tottenham Court Road"), einige versprengte Fans. Ein ziemlich armseliges Meeting, und eine gewisse Enttäuschung machte sich bei mir und meinen Freunden breit, denn im Vorfeld war von einem großen Fantreffen gesprochen worden. Inzwischen machten auch Meldungen die Runde, wonach etliche Künstler bereits abgesagt hätten: WHO-Sänger Roger Daltrey befände sich in Kanada zu Filmaufnahmen, Chris Farlowe und Jim Leverton seien irgendwo in Europa auf Tour, Kevin DuBrow (QUIET RIOT) und Glen Matlock (Ex-SEX PISTOLS) hätten ebenfalls andere Verpflichtungen. Kurz nach 19 Uhr trat in die sich immer noch füllende Arena John Hellier ans Mikro und kündigte den ersten Act an: die von den SMALL FACES-Conventions bestens bekannten 17 BLACK, eine vitale Coverband, die den Anheizerpart souverän absolvierten (Highlight: ihre straighte Version von "Don't Burst My Bubble"). Es folgten JOHN'S CHILDREN, die Pre-T.REX-Band Marc Bolans mit Lead-Sänger Andy Ellison. Sie bretterten mit etwas überholt wirkenden Punkattitüden "It's Too Late" und "Lazy Sunday" herunter. Dann kamen THE MODS, eine weitere Covertruppe, die aber durch einen hervorragend aufgelegten Gastsänger veredelt wurde. Steve Ellis (Ex-LOVE AFFAIR, Ex-ELLIS) verpasste mit seiner grandiosen Stimme weiteren SMALL FACES-Klassikern wie "Song Of The Baker" und "Afterglow" die nötige Schärfe. Er sollte später nochmals glänzen. Schließlich der erste "richtige" Höhepunkt am frühen Abend. Die eigens für dieses Ereignis zusammengestellte HOUSE BAND betrat in hochkarätiger Besetzung die Bühne: Bob Tench (g, voc; Ex-HUMMINGBIRD, Ex-JEFF BECK GROUP, Ex-HUMBLE PIE II), Dave Colwell (Ex-BAD COMPANY), Rick Wills (b, voc; Ex-ROXY MUSIC, Ex-SMALL FACES II, Ex-FOREIGNER), Zak Starkey (dr; Ringos Sohnemann), 'Rabbit' (keyboards; Ex-WHO) und Dennis Greaves (voc, g; NINE BELOW ZERO). Zur HOUSE BAND gesellten sich dann abwechselnd verschiedene Vokalisten: Neben Greaves und 60's-Legende Tony Rivers noch "Blondie" Debbie Bonham (Tochter des LED ZEPPELIN-Drummers), die ebenfalls als Sängerin überzeugte (tolle Version von "I Can't Stand The Rain" und "Groovy") - Maggie Bell & Janis Joplin ließen grüßen - und Steves Bandmate Simon Hickling, der als Blues Harp-Virtuose bereits Ruhm und Ehre erlangte und eine gepfefferte Fassung von "Big Train Stop At Memphis" ablieferte. Die HOUSE BAND unterstützten hin und wieder backing vocalists, darunter Billy Nicholls und die Girlieband D2M feat. Molly Marriott (Steves 16jährige Tochter). Am Ende dieses Sets stießen (nochmals) Steve Ellis und der bis dato in England kaum bekannte Gitarrist Toby Marriott (Steves Sohn) hinzu. Toby wirkte etwas verklemmt und verblüffte das Publikum in erster Linie wegen seiner frappierenden Ähnlichkeit mit seinem Vater (ist doch auch schon was!). Dann der nächste Höhepunkt für die inzwischen auf weit über 1000 Leute angewachsene Menge: John Hellier kündigte HUMBLE PIE an, die es zwar in einer Mark III-Besetzung schon seit gut einem Jahr gibt, doch für dieses Konzert war extra Peter Frampton (voc, g) eingeflogen, und er präsentierte sich mit seinem "Nachfolger" Clem Clempson (g, voc) sowie der klassischen Rhythm section mit Greg Ridley (b, voc) und Jerry Shirley (dr) in blendender Spiellaune. Vor allem die "duelling guitars" in "I Don't Need No Doctor" krönten das 5-pieces-set, wenngleich die "Jugend" im Publikum sich eher reserviert verhielt. Die PIE-Fans kamen jedenfalls voll auf ihre Kosten. Für einen angenehmen akustischen Kontrapunkt sorgte Ex-ULTRAVOX-Kopf Midge Ure. Er intonierte nur zur Gitarre eine beseelte, dabei locker vorgetragene Version von "My Mind's Eye". Der Abend neigte sich nun dem großen Finale zu: Die ALL STAR BAND wurde von John Hellier aufgerufen, und beim Namen Paul Weller brach im Saal der totale Jubel aus. Zum guten Schluss durften (fast) alle nochmals auf die Bühne, und auch Steve Ellis ergriff erneut das Mikro. Jetzt war die Stimmung auf dem Siedepunkt, und ausgerechnet da wurde das Publikum aus allen Träumen gerissen. Das Licht geht an, Musik vom Band erklingt, aus, vorbei, Feierabend; "...geht nach Hause, Leute. Die nächste Veranstaltung wartet." Steve hätte auf jeden Fall seinen Spaß gehabt; wer weiß, vermutlich hat er ja mitgelauscht! Auf Erden darf man gespannt sein auf den für Herbst 2001 angekündigten Mitschnitt als CD, DVD und Video. Roland Schmitt (Artikelliste) April 2001 |
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