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ThemGotha, Slaughterhouse, 26.04.2002 |
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Ich war verdammt neugierig auf das Slaughterhouse, von dem mir schon seit mehreren Wochen bei den verschiedensten Konzerten die Ohren vollgeschwärmt wurden. Zu DDR-Zeiten war der Gebäudekomplex tatsächlich ein Schlachthof gewesen, der dann aber mit der Wende geschlossen wurde. Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz, zu Recht, denn allein die einzelnen Gebäude sind schon ein echter Augenschmaus. Niemand käme auf die Idee, dass dies mal ein Schlachthof war. Jetzt sind hier Geschäfte Kneipen und eben auch das Slaughterhouse untergebracht. Viele tolle Acts gaben sich schon die Klinke in die Hand und diesmal waren es Them, die nach einer monatelangen Ochsentour auch im Slaughterhouse Station machten. Leider habe ich auch an diesem Abend wieder mal die Erfahrung machen müssen, dass nicht einmal Namen wie "Them" die Leute aus der Hütte locken. Die Besucherzahlen ließen wieder einmal mehr als zu wünschen übrig und sogar ein Eintritts-Obolus von 10,00 € scheint einigen Leuten zu viel Geld zu sein. Wie schon gesagt, seit dem 01.02.2002 ist diese Band nun in der Besetzung Eric Wrixon (voc, key) und Urgründungsmitglied von Them: Jim Armstrong (g) - er war ab 1966 Gitarrist bei Them -, Vincent Hughes (b) und Dave Kennedy (dr) quer durch Deutschland und ohne Unterbrechung auf Tour. Trotz allem war ich wirklich angenehm überrascht, was diese Truppe da auf der Bühne ablieferte. Ich muss offen und ehrlich zugeben, dass ich von den neuen Songs wirklich nicht einen einzigen kannte. Don´t go, Crazy woman oder Down sagten mir z.b. überhaupt nichts, aber ich war vollends begeistert, denn sie gingen schnell ins Ohr. Einen sehr großen Anteil daran hatte natürlich Jim Armstrong mit seinem herrlichen Gitarrenspiel und wunderschönen, unaufdringlichen Soli. Nach knapp 45 Minuten war dann eine Zwischenpause, in der es sich Mr. Wrixon mit einer weiteren Flasche Rotwein bequem machte. Ich bat ihn um ein kurzes Gespräch, sehr zu meiner Freude sprach er perfekt deutsch, und frage ihn nach einer Setliste. Aber er erklärte mir, dass das Programm an jedem Abend anders gestaltet wird, die Band sozusagen nach Gefühl, Lust und Laune spielt. Natürlich dürfen einige Standards nicht fehlen, das ist klar - und die kamen dann im zweiten Teil natürlich auch. Im Gegensatz zu ihm, grinste Armstrong wie ein Honigkuchenpferd und riss eine Gitarre runter, dass allen Anwesenden die Kinnladen im wahrsten Sinne des Wortes nach unten klappten! Ich habe mit Sicherheit schon viele Gitarristen spielen sehen, aber was uns hier geboten wurde, war wieder einmal Weltklasse. Der Mann hat es wirklich darauf, allein seine Spieltechnik ist vom Feinsten. Er hat wahrhaftig den Blues und lebt und fühlt ihn auch, so kam es mir jedenfalls vor. Nun, Songs wie Gloria, Cry for me oder das geniale Dylan-Cover It's all over now, baby blue dürften eigentlich jedem Bluesfan ein Begriff sein. Nach diesem Set verließ Wrixon, völlig erledigt die Bühne, um dann noch einmal für eine Zugabe zurückzukehren. Leider ließ die Gesamtspielzeit etwas zu wünschen übrig, aber trotz allem haben diese Herren immer noch jeden Jungspund an die Wand gespielt. Gestehen wir es ihnen nach dieser Ochsentour, die immerhin noch bis zum 05.05.2002 geht, auch zu. Vom Alter natürlich mal ganz zu schweigen. Versteht mich bitte nicht falsch, es war kein schlechter Set. Nein ganz im Gegenteil, denn wenn ich das behaupten würde, wäre es gelogen. Ich hatte eher das Gefühl, dass sich die Band mit dieser Tour ganz einfach übernommen hat, das ist alles. Ilka Czernohorski, (Artikelliste), 28.04.2002 |
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