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Tony Cullen - Glyder
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Danny Bowes - Thunder
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Einer arbeitet...
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... zwei erzählen Witzchen
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| München, Metropolis, 21.03.2007 |
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Diesen Flyer hätte man schon Stunden vor dem Konzert beim Interview sehen müssen: "They come from Ireland. They have a twin-guitar line-up. They're produced by Chris Tsangarides. Meet the new Thin Lizzy.". Das wäre Stoff für eine Diskussion gewesen, schließlich handelt es sich vermutlich um den einzigen Fehler, den GLYDER machen. Mit Händen und Füßen müssten sie sich gegen diese Art von "Vermarktung" wehren, denn die Vorurteile in den Köpfen aller konservativen Rocker sind damit unausrottbar betoniert. GLYDER sind eben nicht die neuen THIN LIZZY, verdammt noch mal. Genauso wenig wie sie der neue Gallagher sind, oder die neue Welle britisch-irischen Heavy Metals. GLYDER ist nur eine junge Band, die dem geneigten Hörer eine hartnäckige Gänsehaut auf die Extremitäten hext.
Das liegt selbstverständlich an den Twin-Gitarren, das liegt auch an der Stimme von Sänger und Basser Tony Cullen, genau wie es am Bühnen-Habitus der vier sympathischen Iren liegt. Am allermeisten liegt es aber daran, dass sie eben Iren sind und an gutem Geschmack leiden.
Bitte schnell umdenken, sonst landet diese Band völlig unverdient im großen Topf der Epigonen und Pseudo-Coverbands!
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Ein verblüffend desinteressiertes Publikum bedachte am dreckskalten Mittwochabend die Band mit den zwei Les Pauls (die pure Augenweide übrigens) mit kaum mehr als Höflichkeitsgeklatsche. Verblüffend, denn die Reizüberflutung in diesem Bereich hält sich seit vielen Jahren in Grenzen, und dem THUNDER-Publikum würde man per se mehr Lust an klassischem Hard Rock unterstellen.
GLYDER tun alles, um das Volk zu unterhalten. 1. Gute Laune verbreiten. Wer grinst, singt nicht vom Tod. 2. Eine Gitarrenbreitseite nach der anderen aus den Marshalls jagen. Double-Riffing, Lead-Solo, Double-Solo, alles eingerahmt von schmissigen Melodien, bei denen die Hooks jederzeit mit den Händen greifbar sind. 3. Action auf der Bühne machen. Fliegende Haare sehen einfach besser aus als dumm tänzelnde Boygroup-Klone. Allerdings, und dazu gleich noch mehr, in diesem Punkt können GLYDER von THUNDER noch eine Portion lernen. Dafür sind sie aber auch gemäß eigener Aussage auf dieser Tour dabei.
40 Minuten, beinahe das gesamte Debutalbum plus ein, zwei neue Songs vom bereits in den Startlöchern sitzenden Nachfolger. Keine Balladen, keine unnötigen Schlagzeugsoli, immer auf den Punkt. Rocker, was willst du mehr? Viel mehr gibt's nicht!
Zum Highlight der ersten CD hat sich langsam PUP (Pretty Useless People) entwickelt. Dazu gibt es zwei witzige Videos, eines davon kann man sich bei MySpace.com anschauen. Die Castingshow- und Ozzy-Verarschung hat neben dem bemerkenswerten Textinhalt auch den perfekten Fäkalhumor - fresst Hundescheiße, ihr Idioten von der Jury. Live donnert der Song gewaltig und sollte sich zu einem ersten Band-Klassiker entwickeln. Allerdings stehen Brecher wie Colour Of Money oder Die Or Dance überhaupt nicht nach. Menschmeier, die Jungs haben es wirklich drauf.
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Zurück zum Thema "Die neuen Thin Lizzy". Keiner der jungen Männer hat LIZZY jemals live gesehen - zu jung. Auch Rory haben sie nie persönlich erleben dürfen. Ergo können sie gar nicht die NEUEN sein, allerhöchstens die ERSTEN. Die ersten, die solche Musik nach Jahren der Agonie WIEDER machen. Und zwar auf einem Niveau, das man dem jungen Phil Lynott an dieser frühen Stelle seiner Karriere noch nicht in gleichem Maße zugestehen durfte. Natürlich, GLYDER haben den Vorteil, nichts mehr erfinden zu müssen, aber wer sich so schnell so weit oben platziert, muss nur noch in Nuancen nachlegen und ansonsten nicht die gleichen ungesunden Fehler wie die Verstorbenen machen.
GLYDER haben alles, was eine Band in diesem Genre braucht. Der größte Vorteil: Das Haus ist nicht besetzt, steht schon lange leer, muss nur etwas renoviert werden, damit bald aus dem rechten und linken Flügel zwei Paulas in ihrer unvergleichlichen Brillanz hervorstechen können. Um den Mittelbau kümmert sich Tony Cullen persönlich - selten sieht man so einen begabten Frontmann.
Und noch einer: Drummer Davy Ryan ist ein Guter! Der swingt und groovt, baut auch mal einen frischen Funky-Rhythmus ein.
Das ist Tony Cullen, niemand sonst!
Im hinteren Teil der inzwischen schön vollen Halle blieb der Sound allerdings matschig. Das hätte der Tonmann der Hauptband nicht nötig gehabt, weil THUNDER sowieso der Headliner und von nichts und niemandem zu schlagen sind. Schuld daran ist vorwiegend Danny Bowes, der in einem früheren Leben eindeutig der Urvater aller Animateure gewesen sein muss. Keiner im heutigen Rockzirkus baut in sekundenschnelle eine vergleichbare Interaktion mit dem Publikum auf wie er. Absolut unvergleichlich und kaum zu toppen. Bei nahezu jeder anderen Band wären die pausenlosen Mitsing-, Mithüpf- und Mitklatschparts albern und störend, bei THUNDER ist es unverzichtbarer Teil der Party.
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Schlags mit dem Opener Loser war der Sound perfekt. Laut, druckvoll, transparent, direkt auf den Magen, genau wie eine Rockshow sein muss. Wen stört es da, dass THUNDER zwischendurch einen (und nur einen!) Langweiler einbauen? Wen stört es, dass Luke Morley ein Solo astrein versemmelt, kurz die Augen rollt und gleich drauf einen komplett schiefen Chor singt? Wo gearbeitet wird fallen Töne, und wer einen derartigen Fundus an Gute-Laune-Klassikern aufweist, kann nichts mehr falsch machen, auch wenn z.B. auf der letzten CD "Robert Johnson's Tombstone" nicht alle Songs echte Überflieger sind. Morley ist natürlich ein exzellenter Gitarrist, Songwriter sowieso, und schuftet sich mit aufgeblasenen Backen durch den Set. Bei seinem Partner an der zweiten Gitarre, Ben Matthews, sieht die Sache spielerischer aus, der hat bei seinen wenigen Lead- und Slide-Einsätzen bzw. seinen Parts am Keyboard immer noch Zeit für ein Späßchen und hält ansonsten Morley den Rücken für seine Soli frei.
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THUNDER scheuten sich nicht, einen brandneuen Song zu spielen, der dann allerdings in seiner rockenden Einfaltigkeit etwas arg an Bryan Adams' Summer Of 69 erinnerte. Egal, was rockt ist gut und die "Scharte" wurde sofort von einem der vielen Highlights wettgemacht.
Dirty Dream, Higher Ground oder Low Life In High Places für die Mädels, THUNDER hatten die Lage jederzeit im Griff und ließen das erste Drittel mit einer kochenden Version von Gimme Some Lovin' enden. Das ist pures Entertainment, perfekt durchgezogen. Wo man anderswo bei akustischen Intermezzi zum Bierstand flüchtet, weiß man bei dieser Band, dass das Feuerwerk nur eine ganz kurze Pause macht, sofort folgt wieder ein Lacher, Fetzer oder Mitmachteil. Sogar Harry James fiel bei seinem Schlagzeugsolo einmal mehr als Stimmungskanone auf. Was soll man auch von einem erwarten, der eine Perücke und ein eigenartiges Plüschtier mit Gitarre an seinem Drumkit befestigt.
Hätte man nicht vorher auf die Uhr geschaut, als das gewaltige I Love You More Than Rock & Roll nach 85 Minuten den regulären Teil abschloss, hatte man außer den untrüglichen Schweißflecken auf dem T-Shirt niemals das Gefühl ein komplettes Konzert erlebt zu haben. Das hat wieder so viel Spaß gemacht, dass die Zeit einfach verflogen ist. Absolut bewundernswert, wie die Band solche Kraftakte durchsteht. Allen voran natürlich Bowes, der stimmlich und körperlich in Topform ist.
Zwei Zugaben, zum endgültigen Abschluss ein exzessives Can't Keep A Good Man Down, dann ging das Licht an und es müssen noch ein paar generelle Dinge gesagt werden.
Bei aller Fröhlichkeit und Ausgelassenheit darf man ein nunmehr zum zweiten Mal erlebtes Phänomen bei THUNDER nicht verschweigen. Dass man bei Konzerten dieser mittleren Kategorie nur drei Songs und ohne Blitz fotografieren darf ist schon Standard, dass man diese drei Songs aber vollkommen unnötig mit Bergen von Nebel verdüstert, macht die Sache schwer. Dass die Band in diesem kurzen ersten Teil des Konzerts aber ganz bewusst unspektakulär agiert und keine einzige der wunderbaren Poser-Choreografien aufführt, grenzt an groben Unfug. Exakt mit der vierten Nummer ist diese Zurückhaltung nämlich vorbei und prompt flitzt der mobile Teil der Band unablässig herum und spielt Rock & Roll-Theater fürs Bilderbuch eines jeden Fotografen. Sollte man mal im Rahmen eines Interviews ansprechen, denn gute Bilder schaden dem Image einer Band sicherlich nicht. Das Auge des Lesers hört schließlich mit.
Das größte Ärgernis bei THUNDER ist allerdings wiederholt die so genannte Security. Welcher "Manager" auch immer diesen Schmalspurdenkern ihre Aufgaben zuweist, er hat eines nicht bedacht: Man braucht fünf dieser Kerle, um addiert den IQ eines normalen Menschen halbwegs zu erreichen. Wer sich wie ein Lämmergeier aufs Aas auf einen Zuschauer mit Handykamera in der fünfzehnten Reihe stürzt, hat leider gar nichts verstanden. Wer eine Stunde vor Konzertbeginn eine Fototasche am Bühnenrand als potentielle Bedrohung ansieht und zwei Minuten nach Konzertende die Leute aus der Halle scheucht, sollte sich doch bitte einen anderen Job suchen - zum Beispiel als Hausmeister im Altenheim. Die Omas dort sind nämlich renitent genug, solchen Einzellern den Regenschirm überzuziehen. Das bekanntlich extrem gewaltbereite und brandgefährliche Publikum eines THUNDER Konzerts kann auch anders behandelt werden, meine Herren. Väter mit ihren Söhnen, junge Frauen mit erstaunlich spitzen Schuhen, ergraute Rocker und leicht bierbäuchige Plattensammler zählen nicht zwangsläufig zur Spezies Hooligan. Diese Fans bezahlen eine Menge Eintrittsgeld, legen 25 Euro für ein T-Shirt auf den Tisch und berappen 3,50 für lauwarmes Bier. Da dürfte artgerechte Haltung nicht zuviel verlangt sein.
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