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Konzertbericht:
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Ist es noch notwendig, eine Vorgeschichte zu YES zu verfassen? Sicherlich
nicht, es ist soviel geschrieben worden, jeder weiß soviel über die Höhen
und Tiefen, Ein- und Ausstiege der Bandmitglieder, interne Querelen etc.,
dass ich mir dies alles sparen kann. Seit Ende April touren sie schon durch die USA und der dort gespielte Set (leider leider festgemeißelt, kein bißchen Bewegung durch Einwechslung anderer Songs) weckte Hoffnung auf einen abwechslungsreichen Abend (in 2002/2003 hätte man das Motto 'Full circle' besser 'Full Fragile' umgetauft, weil fast die komplette Platte gespielt wurde und die Jahre 1977 bis 1999 fast komplett ausgeklammert wurden). Eine neue CD war nicht im Gepäck, dafür fehlte wohl die Zeit (Howe tourte ja vor kurzem noch mit seiner Band REMEDY in Europa). Aber das sollte mir recht sein: Ich geb's zu, die Studio-Alben nach 1978 - kein Druckfehler - (außer "ABWH" von 1989 und die Studiosachen der "Keys to Ascension 1+2") reißen mich nicht vom Hocker. Ort der Handlung war diesmal die Philipshalle, wo YES im November 2001 das
letzte Mal waren. Man kann ja zur Halle sagen, was man will: Häßlicher
Ende-der-60er-Jahre-Bau, scheiß Akustik, zu enge Sitze, wenig Parkplätze,
miese Ausschilderung der Ränge und Plätze. Aber mit der Kapazität von rund
7.000 immer noch überschaubar und nicht so ein Monster wie die KölnArena. Glücklicherweise hatte YES auf eine Vorgruppe verzichtet (doch, glaubt's mir, in den USA gab's dieses Jahr mehrmals ein Vorprogramm). Nach Stravinskys Feuervogel-Opening marschierten die 5 direkt in Going for the one: Jubel, seit 1977 hatte ich das live nicht mehr erlebt. Was dann die nächsten zwei 3/4 Stunden über mich hereinbrach, war teilweise das bekannte, eh schon erstklassige Material wie I've seen all good people, Yours is no disgrace, And you and I, Ritual. Zum anderen auch die weniger bekannten Songs, die man aber von den letzten 3 Tourneen kannte, z.B. South side of the sky (dieses 2002/2003 gespielte Kleinod der "Fragile"-LP). Wer hätte aber mit solchen Klamotten wie Sweet dreams und Turn of the century gerechnet? Leider mal wieder eine 15-minütige Pause, die alten Herren schaffen's nicht
mehr an einem Stück. Um den intimen Rahmen zu zeigen, kam auch Alan White von seinem Podest herunter und setzte sich an ein 4-teiliges "Kinder-Mini-Schlagzeug". Da fragt man sich doch: Was soll
das? Die Zugabe war Starship trooper. Natürlich stellt man sich hinterher die
Frage, warum nicht der oder der bestimmte Song gespielt wurde. Aber der
Fundus an YES-Kompositionen ist halt so groß, da müssen die Jungs schon
aussuchen. Und die absoluten, jahrelang bewährten Renner dürfen nicht
fehlen. Es fiel auf, dass außer Ritual keine überlangen Songs (wie auf den
letzten 3 Tourneen noch Gates of delirium, Awaken und Close to the
edge) gebracht wurden: So war mehr Zeit für mehr Songs da. So, für mein 2. Konzert am 23.6. in Frankfurt erwarte ich natürlich nix Neues, aber man kann die Show ganz anders auf sich wirken lassen. Letztendlich ist mein erster Eindruck so, dass ich die 2003er-Show stärker empfand. Aber das liegt wohl an der überraschenden Präsenz von Wakeman, an der zumindest in 2003 keiner vorbeikam. Hörtipps: Die Alben der 70er Jahre sind auf Rhino remastered und mit Bonusmaterial versehen wiederveröffentlicht worden: Insbesondere "Relayer" und "Tales from topographic oceans" bringen hochinteressante sog. 'Studio runthrus', also komplett ohne Overdubs aufgenommene alternative Durchgänge der bekannten Songs. Live-Aufnahmen neueren Datums gibt es leider nur als amerikanische Radiokonzerte aus 2002: Las Vegas und Camden (die schon Anfang 2003 auf der Homepage angekündigte 4CD-Live-Box läßt immer noch auf sich warten). Jürgen Preuß, (Artikelliste), 15.06.2004
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